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Kinderfest Insektenbilder inspirieren Ganderkeseer Künstler-Nachwuchs

Von Michael Korn | 04.08.2019, 20:25 Uhr

Im Haus Müller beschäftigen sich Kinder mit Insekten. Künstlerin Bärbel Woitas dient als Vorbild.

Ganderkesee Im Haus Müller gilt sie natürlich auch, die goldene Regel fast aller Museen und Kunststätten weltweit: Nur gucken, nicht anfassen. Auch nicht beim Kinderfest. Zu schade. Denn die Werke der Malerin Bärbel Woitas verleiten dazu, einmal mit dem Finger über die feinen Strukturen ihrer Bilder zu fahren. Um herauszufinden, warum die Flügel der Fliege fast durchsichtig erscheinen und sich vom Untergrund abheben.

30 Kinder machen mit

Die knapp 30 Kinder, die vor den Bildern der Ganderkeseer Künstlerin stehen, können sich alle beherrschen. Aber sie wüssten schon gern, wie sich die feinen Fliegenflügel und der Körper der Biene auf der Leinwand anfühlen. „Die Flügel bestehen aus feinem Draht, der mit Stoff bespannt ist“, erklärt Dr. Wiebke Steinmetz den Kindern. Der Körper der riesigen Biene besteht unter anderem aus bemaltem Sand. Die meisten Kinder sind im Grundschulalter, und über Insekten wissen sie schon eine ganze Menge: Dass enige Arten vom Aussterben bedroht sind, zum Beispiel. Und dass sie für die Bestäubung der Blumen und Bäume sorgen. Insekten als Kunstobjekte – das ist für die meisten von ihnen neu.

Acryl, Sand und Stoff

„Wir wollen die Insekten stärker ins Bewusstsein rufen“, so Dr. Wiebke Steinmetz, die das Kinderfest gemeinsam mit Bärbel Schönbohm organisiert hat, „die Kinder sollen sich mit dem Wesen der Insekten befassen.“ Da kommen die im Haus Müller ausgestellten Insektenbilder von Bärbel Woitas gerade recht. Natürlich haben Steinmetz und Schönbohm auch einige echte Fliegen und Hummeln dabei, die bereits das Zeitliche gesegnet haben – so können die Kinder die großformatigen Kunstwerke mit den winzig kleinen Originalen vergleichen. Dann dürfen sie selbst kreativ werden und Insekten malen. „Wir ermöglichen den Kindern, mit Techniken zu arbeiten, die zu Hause nicht ohne weiteres möglich sind“, erläutert Wiebke Steinmetz. Dazu gehört zum Beispiel das Gestalten mit Acrylfarbe und verschiedenen Materialien wie Sand oder Stoff.

Mit Blumenstation

Im Garten haben die Kinder die Möglichkeit, sich auf einer hölzernen Pflanzkiste mit einem Insektenbild zu verewigen. Diese Blumenstation hat der Freundeskreis des Haus Müller gespendet, ebenso wie die Materialien und die Verpflegung der Kinder. Die malen mit Begeisterung Schmetterlinge und Marienkäfer, haben aber auch fast alle mit unangenehmen Begleiterscheinungen der sommerlichen Insektenfülle zu kämpfen: juckende Mückenstiche an Armen und Beinen.