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Internationaler Tag des Wassers Kontrollen und Belohnungen schützen Trinkwasser

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 21.03.2017, 19:53 Uhr

In der Landwirtschaft etablieren sich Kooperationen mit Wasserversorgern. Für niedrige Stickstoffwerte im Boden gibt es gestaffelte Entschädigungen.

Oben sprießt Triticale, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen, dank Düngens mit Gülle und Gärsubstrat aus der Biogasanlage, ein paar hundert Meter tiefer sammelt sich Grundwasser, das die Oldenburger Verkehrs-und-Wasser-Gesellschaft VWG als Trinkwasser verkauft. Beides passt zusammen, wenn Landwirte so weitsichtig handeln wie Jürgen Rüdebusch, Markus Brakhahn und Holger Witte. Zum Tag des Wassers, der heute international im Kalender ausgewiesen ist, berichten die Hatter Landwirte, die Flächen im Wasserschutzgebiet Sandhatten bewirtschaften, von präziser Düngung, die den Pflanzen genau das gibt, was sie für einen guten Ertrag brauchen, ohne dass versickernde Niederschläge überschüssige Nährstoffe in das Grundwasser mitnehmen.

Erfolge sind messbar

Es gebe unter den Landwirten schwarze Schafe, bei denen er im Ackerboden 200 Kilogramm Stickstoff pro Hektar aufspüre, berichtet Tammo Luers, Gewässerschutz-Berater der Landwirtschaftskammer. Aber es gebe auch Betriebe wie den von Rüdebusch, bei denen er trotz Düngens mit Gülle und Gärsubstrat aus der Biogasanlage sogar unter Mais nur noch 20 Kilogramm messe. „Dahin muss die Reise gehen“, sagt Franz-Josef Dasenbrock. Das Vorstandsmitglied des Kreislandvolks, Landwirt aus Kleinenkneten, ist Kooperationspartner im Trinkwasserschutzgebiet Wildeshausen.

Entschädigung nach Stickstoffwert

Kooperierende Landwirte werden von Luers mit Bodenproben vor der Aussaat, während des Wachstums und nach der Ernte engmaschig kontrolliert. Die drei Hatter nehmen auch gerne das Wissen des Pflanzenschutzberaters Jan Juister in Anspruch. Sie verhehlen nicht, dass sich ihr Einsatz für den Wasserschutz lohnt. „Je niedriger die Stickstoffwerte, desto höher die Entschädigung des Wasserversorgers“, erklärt Luers das Prinzip der Kooperation.

Finanzielle Mittel begrenzt

In den Wasserschutzgebieten erreicht das Kooperationsangebot laut Luers 75 Prozent der Landwirte. Dasenbrock wünscht sich, dass noch mehr Landwirte teilnehmen: „In den Wasserschutzgebieten haben wir bereits einen sehr hohen Standard. Außerhalb der Gebiete möchten wir noch weitere Landwirte gewinnen.“ Dafür fehlt zurzeit das Geld. Dasenbrock fordert die Landespolitik auf, einen größeren Anteil des gerade erhöhten „Wassergroschens“ tatsächlich in den Wasserschutz zu stecken.