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Internet im Landkreis Oldenburg Fördergeld für Landkreis Oldenburg liegt auf Eis

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 25.12.2017, 15:27 Uhr

Das schnelle Internet soll im Landkreis Oldenburg mit Millionenzuschüssen ausgebaut werden. 2018 soll es trotz bürokratischer Hürden losgehen.

Im Rückblick auf das ablaufende Jahr 2017 bedauert es Landrat Carsten Harings, dass das schnelle Internet bisher schlecht versorgte Gebiete im Landkreis Oldenburg trotz zugesagter Fördergelder nicht erreicht hat. „Weniger Bürokratie wäre wünschenswert“, betont der Landrat mit Blick darauf, dass Angebote der Versorger eingeholt, die Fördergelder aber noch auf Eis liegen.

Millionenzuschüsse zugesagt

Beim Einwerben der Fördergelder für den Breitbandausbau sei der Landkreis Oldenburg sehr erfolgreich gewesen, ruft Landrat Haring in Erinnerung. Im Frühjahr 2017 sind 3,5 Millionen Euro vom Bund und zwei Millionen Euro vom Land Niedersachsen zugesagt worden. Vor Ort war schnell vereinbart, dass der Landkreis eine Million Euro der erwarteten Kofinanzierung übernimmt und die Gemeinden sich die zweite Million teilen. „Das ist ein gelungenes Kooperationsprojekt mit den Gemeinden“, betont Harings. Mit einstimmigem Kreistagsbeschluss sei die Summe im Haushalt verankert worden. Mitte Dezember ist ein weiterer Bewilligungsbescheid des Bundes für bis zu 4,8 Millionen Euro im Kreishaus eingetroffen.

Abhaken wird nicht abgewartet

„Jetzt müssen wir den Menschen zeigen, dass es losgeht, statt bei jeder einzelnen Maßnahme gänzlich neue Projektbeschreibungen einzureichen“, sagt Harings. „Ich hoffe aufs Go im Jahr 2018“, ergänzt er. Vorsorglich hat der Landkreis „vorzeitigen Maßnahmenbeginn“ beantragt: Es sollen Arbeiten in Auftrag gegeben werden, bevor die Förderanträge bis ins letzte Detail geprüft und abgehakt worden sind. Der Landkreis geht damit das Risiko ein, nicht alles wunschgemäß bewilligt zu bekommen und selbst auf Kosten sitzen zu bleiben. „Wir haben sehr günstige Angebote bekommen“, berichtet der Landrat, „die Versorger haben ein Interesse daran, Kunden an sich zu binden.“

Kabelverzweiger und Glasfaser

Das erste Förderprogramm hat auf den Bau von Kabelverzweigern abgezielt, und jetzt geht es um Glasfaserkabel bis ins Haus. Mit den Glasfaserleitungen sollen zusätzlich zu den sowieso schon gut versorgten Gebieten 699 Privathaushalte, 30 Gewerbebetriebe und etliche Schulen Zugang zum schnellen Internet bekommen.

Etappenziel 50 Megabit

Bis zu 50 Megabit ist das aktuelle Ziel der Breitbandversorgung. Mit den zugesagten Fördergeldern und den Kofinanzierungen könnten die weißen Flecke im Landkreis Oldenburg weitgehend getilgt werden, so Harings: „Wir machen einen Zwischenschritt der technologischen Entwicklung mit. Es wird längst von der Gigabit-Gesellschaft gesprochen. Das bleibt eine Aufgabe fürs nächste Jahrzehnt.“