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Interview mit Renate Richter „Arabisch bei uns am Gymnasium eher unwahrscheinlich“

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 05.12.2016, 15:21 Uhr

Die rot-grüne Regierungskoalition hat vor kurzem im niedersächsischen Landtag die Weichen dafür gestellt, Arabisch als zweite oder dritte Sprache im Abitur zuzulassen. Ob es auch in Ganderkesee angeboten wird, sagt Renate Richter, Leiterin des Gymnasiums.

 Frau Richter, wann bieten Sie Arabisch am Gymnasium Ganderkesee an?

Richter: Ich glaube, es ist eher unwahrscheinlich, dass es eine große Nachfrage vonseiten der Schüler geben wird und dass wir eine Lehrkraft für Arabisch bekommen.

 Gedacht ist das Angebot wohl für die vielen jungen Migranten, die dann auch in der Schule ihre Herkunftssprache nutzen könnten.

Bisher gibt es nur sehr wenige Schüler mit der Herkunftssprache Arabisch bei uns. Wir behalten aber die Entwicklung in den nächsten Jahren im Blick, wie viele Flüchtlinge unser Gymnasium künftig besuchen. Im Übrigen gelten unsere Unterrichtsangebote für alle Schüler. Arabisch neu zu lernen ist allerdings sehr schwierig.

 Haben sie eigene Erfahrungen?

Ich habe es selbst während meiner Studienzeit in Hannover an der Volkshochschule versucht – aber nur ein Semester lang. Einige Begriffe wie „Guten Tag“ kann ich noch, viel mehr aber nicht. Für Araber, die Deutsch lernen, ist das sicherlich ähnlich. Deshalb: Hut ab vor den Flüchtlingen, die zu den Deutschkursen gehen.

 Welche Fremdsprachen gibt es denn an Ihrem Gymnasium?

Englisch ab Klasse fünf, Französisch und Latein ab Klasse sechs und Spanisch ab Klasse zehn, demnächst wieder ab elf, wenn wir zum Abitur nach 13 Jahren zurückkehren.

 Und was ist mit Plattdeutsch?

Aktuell haben wir keine Arbeitsgemeinschaft „Plattdeutsch“. Wir bringen uns aber nach Möglichkeit ein, wenn es um den plattdeutschen Lesewettbewerb oder andere Aktionen der Plattdeutsch-Beauftragten Dirk Wieting und Angela Hillen geht.