Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Investor will Tagespflege eröffnen Gemeinderat segnet Verkauf von Haus Marienhude ab

Von Dirk Hamm | 17.06.2016, 22:38 Uhr

Über ein Dreivierteljahr haben sich die Verhandlungen hingezogen, jetzt ist der Vertrag über den Verkauf des gemeindeeigenen Hauses Marienhude an einen Investor unterschriftsreif. Der Huder Gemeinderat stimmte am Donnerstag bei einigen Gegenstimmen der SPD und der Grünen dem Vertragsentwurf zu, der Ende April bereits vom Verwaltungsausschuss abgesegnet worden war.

Die unter Denkmalschutz stehende Villa an der Hohen Straße, die lange als Bildungsstätte des Diakonischen Werks für den Zivildienst genutzt worden war, hatte die Gemeinde für einen Preis von 800000 Euro zuzüglich Nebenkosten von etwa 60000 Euro erworben. Im Februar 2015 wurde ein Bieterverfahren für den Verkauf des Anwesens aus wilhelminischer Zeit auf den Weg gebracht. Unter Einbindung der unteren Denkmalbehörde hat sich schließlich das Konzept der Firma Blinkfüer Grundstücksgesellschaft mbH aus Zetel-Neuenburg durchgesetzt. Diese plant die Einrichtung einer Tagespflege in dem Gebäudeensemble, außerdem den Bau von 33 Wohneinheiten für generationenübergreifendes Wohnen.

Gemeinde kommt mit einer „schwarzen Null“ heraus

Als Kaufpreis sind 935000 Euro vereinbart worden. Damit komme unter Berücksichtigung der angefallenen Unterhaltskosten am Ende „eine schwarze Null“ heraus, sagte Bürgermeister Holger Lebedinzew auf Anfrage eines Bürgers in der Einwohnerfragestunde.

Am 25. Oktober 2015 hatte der Rat die Verwaltung damit beauftragt, einen Kaufvertrag für das Grundstück vorzubereiten. Mit dem Ergebnis zeigte sich Lebedinzew zufrieden: „Der Vertrag wird den Interessen aller Beteiligten so weit gerecht, dass wir unsere Unterschrift darunter setzen können.“ Der stellvertretende Bürgermeister Peter Zwiener (SPD) sprach von einem „guten Kaufpreis“ und hob hervor, dass das Haus Marienhude „als Schmuckstück erhalten“ bleibe.

Auch kritische Stimmen zum Verkauf

In den Verhandlungen hatte das Rathaus darauf gedrängt, dass das Haus Marienhude nach dem Verkauf auch als Ort für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden kann, um die Bindung der Bürger an das Anwesen zu stärken. Dies sei in den Verhandlungen erreicht worden, beteuerten Lebedinzew und Zwiener. Nicht ganz so optimistisch wird dieser Punkt von einigen Ratsmitgliedern gesehen. Grünen-Ratsherr Michael Grashorn etwa wertete es als „falsches Signal“, dass die Steuerungsmöglichkeit für ein „ortsprägendes Areal“ aus der Hand gegeben werde.

CDU-Fraktionsvorsitzender Friedrich Schnabel bewertete einerseits den Kauf von Haus Marienhude durch die Gemeinde als „Fehlentscheidung“. Der ausgehandelte Kaufvertrag sei jedoch ein erster Schritt, diese zu bereinigen.