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Jahresbilanz der Polizei Zehn-Jahres-Hoch bei Unfällen im Landkreis Oldenburg

Von Thomas Breuer | 17.03.2017, 18:01 Uhr

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. Die Zahl der von der Polizei aufgenommenen Verkehrsunfälle im Landkreis Oldenburg hat 2016 ein Zehn-Jahres-Hoch erreicht.

Insgesamt 2967 Unfälle wurden erfasst, nach 2773 im vorausgegangenen Jahr. Etwas geringer als 2015 fiel die Zahl der Unfälle aus, bei denen Menschen zu Schaden kamen: 425 im Vergleich zu 463. Das geht aus der gestern vorgelegten Verkehrsunfallstatistik für den Bereich der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch hervor.

20-jähriger Ganderkeseer verlor in Schlutter sein Leben

Zehn Personen erlagen im Landkreis ihren Unfallverletzungen, darunter in der Nacht zum 1. Mai auch ein 20-jähriger Autofahrer aus Ganderkesee. Er hatte sich laut Polizei nach einer Verkehrsunfallflucht in Wildeshausen mit hoher Geschwindigkeit über die B213 einer Kontrolle entzogen und war wenig später bei einem Unfall im Kreisel in Schlutter gestorben.

Die Zahl der Schwerverletzten im gesamten Landkreis belief sich im vergangenen Jahr auf 98, was einen Rückgang um 14 Fälle bedeutet. Nur zwei der Schwerverletzten waren Kinder, im Jahr zuvor waren es noch zehn.

Ziel ist Reduzierung der schweren Unfallfolgen

Obwohl die Zahl der Unfälle die Höchstmarke seit 2007 darstellt, sieht die Polizei gewisse Erfolge. „Vorrangiges Ziel der polizeilichen Verkehrsüberwachung ist die Reduzierung der schweren Unfallfolgen“, heißt in einer Einschätzung zur Jahresstatistik. „Hier wurde 2016 ein wesentlicher Beitrag geleistet, sodass dieser Wert in Grenzen gehalten werden konnte.“ Dieses Ziel werde auch weiterhin verfolgt.

Zahl der Wildunfälle erreicht Höchststand

Wie die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle war auch die Zahl der Wildunfälle 2016 so hoch wie nie zuvor im vergangenen Jahrzehnt. 866 Mal kam es zu Kollisionen von Fahrzeugen und Wildtieren, 153 Mal häufiger als 2015. Infolge dieser Verkehrsunfälle verletzten sich vier Personen, darunter ein Motorradfahrer schwer. Insgesamt 74 Vorkommnisse zählten im vergangenen Jahr zu den sogenannten Baumunfällen, sieben mehr als in der vorherigen Jahresstatistik.

Kein Unfalltoter auf A1 im hiesigen Bereich

Die Autobahnpolizei Ahlhorn meldet für ihren Zuständigkeitsbereich im Landkreis allein für die A1 eine Zunahme der Unfälle von 276 auf 351. Dennoch fällt die Bilanz des Schadens an Leib und Leben deutlich positiver als für 2015 aus: Es gab keinen Unfalltoten (Vorjahr: 3) und „nur“ 14 Schwerverletzte (20) sowie 40 Leichtverletzte (73). Dies alles trotz der von Mai bis Dezember bestehenden Dauerbaustelle zwischen der Rastanlage Wildeshausen und der Anschlussstelle Groß Ippener mit Fahrbahneinschränkungen wegen der Erneuerung von Betondeckenfeldern. Der höhere finanzielle Aufwand beim Sicherheitskonzept und das Krisenmanagement der verantwortlichen Mitglieder der Verkehrsunfallkommission haben sich hier nach Einschätzung der Polizei ausgezahlt.

Die Informationen zum Unfallgeschehen 2016 in Delmenhorst finden Sie hier.