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Jugendliche aus Elendsvierteln Zirkusprojekt aus São Paulo zu Gast in Bookholzberg

Von Thomas Deeken | 29.01.2016, 23:07 Uhr

Mit einer Mischung aus Artistik, Jonglage, Clownerie und Kinderspielen, begleitet von Livemusik mit Geige, Gitarre, Fagott und Flöte, haben 14 Kinder und Jugendliche aus Brasilien am Freitagabend das Publikum in der evangelisch-methodistischen Kirche in Bookholzberg begeistert.

Mehr als 80 Zuschauer wollten den Circo Ponte das Estrelas, den Circus Sternenbrücke, aus São Paulo sehen, zu dem die Zwölf- bis 18-Jährigen aus den Elendsvierteln der brasilianischen Metropole gehören. Am Ende gab es viel Applaus für das bunte Zirkusprogramm, das sich mal sportlich und mal fantasievoll präsentierte und das eingebettet war in die Geschichte von Pedro, der anfangs viel lieber vor dem Computer saß anstatt mit anderen zu spielen.

Mit Reise nach Deutschland Traum verwirklicht

Die Kinder und Jugendlichen sind derzeit mit einer Gruppe von sechs Erwachsenen auf Deutschlandtournee. Zu ihnen zählen Celia Santana aus Brasilien, Katrin Bugert aus Heidelberg und Regina Klein, deren Familie in Hude wohnt und die das Zirkusprojekt vor elf Jahren ins Leben gerufen hatte. Ihr Ziel: Sie will den jungen Menschen ein Stück ihrer verlorenen Kindheit zurückgeben, sagt die gebürtige Huderin, die hauptberuflich im Süden von São Paulo eine Kindertagesstätte leitet.

Mitte Februar wieder zurück nach Brasilien

Aufgetreten seien die Kinder und Jugendlichen schon viele Male, allerdings nur innerhalb Brasiliens. Dank einiger großzügiger Sponsoren sei es jetzt erstmals möglich gewesen, einen Traum zu verwirklichen und nach Deutschland zu kommen, wo es bereits in Städten wie Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim „Manege frei“ hieß. Jetzt gehe es unter anderem noch nach Bremen, Hamburg und Berlin. Und dann seien die brasilianischen Sommerferien für die Kinder, die bei Temperaturen von 33 Grad ins kalte Europa geflogen sind, auch schon wieder vorbei. Mitte Februar gehe es zurück in die Heimat.

Kurzes Fazit bis jetzt: Die Kinder seien alle begeistert von Deutschland, sagt Regina Klein. Auch deshalb, weil sie überall freundlich aufgenommen worden seien. Und sie selbst habe sich gefreut, nach langer Zeit ihre Familie in Hude wiederzusehen, sagt die ausgebildete Pädagogin und Kunsttherapeutin.