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Jugendpsychiatrie im Wichernstift Land gibt 14,2 Millionen für Klinik in Elmeloh frei

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 16.06.2018, 14:54 Uhr

Jahre nach dem ersten Antrag wird dem Wichernstift Geld des Landes für den Jugendpsychiatrie-Neubau bewilligt. Im ersten Schritt gibt Niedersachsen 14,2 Millionen Euro.

Das Wichernstift in Elmeloh muss die in einem Architektenwettbewerb gewonnenen Pläne für eine neue Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie nicht so tief in der Schublade versenken, wie noch vor Jahresfrist befürchtet. Das Land Niedersachsen stellt laut Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann (SPD) in seinem Krankenhausinvestitionsprogramm 21,3 Millionen Euro für den Klinikneubau zur Verfügung. In diesem Jahr sind im ersten Schritt 14,2 Millionen Euro eingeplant.

Finanzlage machtʾs möglich

Wichernstift-Geschäftsführer Mario Behrends äußerte sich am Freitag freudig überrascht über die am Tag zuvor in Hannover verbreitete Entscheidung. Bisher waren der Diakonie als Träger der Klinik Zweifel daran übermittelt worden, dass das Land die Investition alleine stemmen kann. „Vielleicht lag’s daran, dass wir jahrelang an unseren Plänen festgehalten haben“, mutmaßt Behrends. Axel Brammer, Jugend- und Gesundheitspolitiker der SPD auf Landes- und Kreisebene, erklärt den Sinneswandel im Ministerium anders: „Dem Land geht’s finanziell sehr gut. Da wurde die Prioritätenliste für Krankenhausinvestitionen nach unten geöffnet.“

Geld fließt in Tranchen

Das Wichernstift erwartet jetzt die schriftliche Bestätigung aus Hannover, wann welche Tranchen der Landesförderung bewilligt sind. Dann wird beim Landkreis Oldenburg der Bauantrag abgegeben.

Klinik behält ihre Kapazität

Der Neubau soll auf einer freien Wiese im Herzen des Wichernstift-Geländes, im Bereich zwischen der Altenhilfe und der Verwaltung der Jugendhilfe, errichtet werden. Wie bisher sollen in Elmeloh 51 vollstationäre Plätze und neun Plätze in der Tagesklinik angeboten werden, wobei die Tagesklinik mit Intensivbereich in ihrem noch neuen Bau bleibt. Er ist am Ende der reihenhausartigen Altbauten errichtet worden, die den Klinikalltag bisher erschweren.Ehemaliges Jugendwohnheim

Die Erschwernisse sind an der Verzahnung unterschiedlicher Therapieangebote genauso festzumachen wie am Personalaufwand für Nachtwachen. In dem ehemaligen Jugendwohnheim gibt es keine Durchgänge. „Wir haben seit 50 Jahren eine Klinik ohne Klinikgebäude“, beschreibt Behrends den Ist-Zustand. Die Klinikschule komme unter das Dach des Neubaus. Der Geschäftsführer weist darauf hin, dass zur Kinder- und Jugendpsychiatrie des Wichernstifts die Tageskliniken mit neun Plätzen in Brake und elf Plätzen in Cuxhaven gehören.

Vergrößerte Nutzfläche

Der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie sollen künftig 4000 statt bisher 3000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung stehen. „Wir haben die Planung eng mit der Ganderkeseer Gemeindeverwaltung abgestimmt und sehr auf den Baumschutz geachtet“, betont Behrends.

Wissenschaftliche Weiterentwicklung

Die Stationen sind laut Chefarzt Dr. Rasmus Bernhardt ausgelastet. Abgesehen von dringlichen Fällen gebe es bis zur Aufnahme Wartezeiten von bis zu drei Monaten. Auf gewachsene Probleme im Jugendbereich sei das nicht zurückzuführen, meint Jugendpolitiker Brammer. „Die Wissenschaft hat sich weiterentwickelt. Die Therapien haben sich verändert. Die Eltern schenken der Psychiatrie und Psychotherapie mehr Vertrauen“, ist er überzeugt. Kommentar