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Kampf dem plötzlichen Herztod Leitstelle hilft per Telefon bei Wiederbelebung durch Laien

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 18.03.2017, 11:50 Uhr

Im Landkreis Oldenburg ist die Überlebenschance nach plötzlichem Herztod größer als andernorts. Die Großleitstelle hilft bei Laienreanimation per Telefon.

Der Herz-Kreislauf-Stillstand, auch plötzlicher Herztod genannt, ist weltweit und auch in Deutschland die häufigste Todesursache, aber im Landkreis Oldenburg hat er ein wenig von seinem Schrecken verloren. Fast jeder vierte Patient wird laut Jahresstatistik der Großleitstelle Oldenburg von Laien wiederbelebt und erreicht das Krankenhaus mit einem für die Weiterbehandlung leistungsfähigen Herzrhythmus.

Deutlich über Bundesschnitt

Präzise und vergleichbare Zahlen gibt es , weil der Landkreis Oldenburg seit Mitte 2015 am Deutschen Reanimationsregister teilnimmt. Ihm ist zu entnehmen, dass die Laienreanimation im Landkreis Oldenburg in 41,7 Prozent der Fälle angewandt wird. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 33,7 Prozent. Weit über dem Durchschnitt liegt auch die Unterstützung der Lebensretter per Telefon durch die Großleitstelle. Sie greift im Landkreis Oldenburg in 36 Prozent der Fälle statt bundesweit 16,5 Prozent.

Ruhe bewahren und übermitteln

Frank Leenderts, Vorstand der Großleitstelle, berichtet, dass die Leitstellendisponenten präzise die „strukturierte Notrufabfrage“ anwenden. Zuerst wird der Ort des Einsatzes abgefragt. Dann folgen die für die Feststellung des plötzlichen Herztods entscheidenden Fragen: „Ist der Patient wach? und „Atmet der Patient normal?“. Werden beide Fragen mit Nein beantwortet, ist der Disponent oder die Disponentin gefordert: Von Anfang an selber Ruhe bewahren und die Ruhe auf den Anrufer übertragen.

Druckmassage wird erläutert

Die Rettungsmittel alarmieren und umgehend dem Anrufer übermitteln, dass und wie er den Patienten mit der Herzdruckmassage so lange helfen kann, bis der Rettungsdienst die Reanimation am Einsatzort übernommen hat. Erst dann ist das Notrufgespräch mit Telefonreanimation beendet. Leenderts stellt klar, dass die strukturierte Notrufabfrage nicht nur für den Landkreis Oldenburg angewandt wird, sondern im ganzen Bereich, den die Großleitstelle abdeckt.