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Kartenverkauf ab 9. November 2015 Speelkoppel Hoyerswege probt Chaos im Friseursalon

Von Antje Cznottka | 30.10.2015, 13:01 Uhr

Die heiße Phase der Proben für „Leeveslocken“ hat für die Schauspieler der Speelkoppel Hoyerswege begonnen. Der Premiere auf dem Hof Kunst am Samstag, 21. November 2015, fiebern die Schauspieler schon entgegen.

„Es wäre keine Komödie, wenn es nicht gut ausgehen würden“, sagt Wolfgang Liebegeld, Regisseur bei der Speelkoppel Hoyerswege. Und eine Komödie ist das Stück „Leeveslocken“, das die Speelkoppel derzeit einstudiert, in der Tat. „Unser Publikum ist leichte Unterhaltung gewohnt“, berichtet Liebegeld. Dramen oder ernste Stoffe entsprächen außerdem nicht dem Naturell der Schauspieler. „Wer Spaß am plattdeutschen Theater hat und mal wieder richtig lachen will, der sollte das Stück nicht verpassen“, rät Liebegeld.

Chaos im Friseursalon bei der Speelkoppel Hoyerswege

Die Hauptfigur, Friseurin Gabi Schuster, hat hingegen erst einmal keinen Grund zur Freude. Ihr Starfriseur hat sich mit dem Geschäftsvermögen abgesetzt, das Finanzamt eine Steuerprüfung angesetzt, und das Bauamt hat Gabi dank ihres Hausverwalters angezeigt. Ausgerechnet diesen Hausverwalter hat Gabis Mutter als zukünftigen Schwiegersohn auserkoren. Turbulenzen und urkomisches Chaos sind im Stück also vorprogrammiert.

Keine Übersetzungsarbeit bei „Leeveslocken“

Entdeckt hat das Stück ein befreundetes Ensemble aus Daverden. „Die Freilichtbühne in Daverden eignet sich nicht für die Friseursalonkulisse“, erklärt Liebegeld. Die Leseproben haben im August begonnen. Normalerweise müssten die Akteure der Speelkoppel noch Übersetzungsarbeit leisten. „Wenn Autoren aus anderen Regionen kommen, merkt man das den Texten schon an. Dann passen wir das Plattdeutsche unserem Dialekt an“, erklärt Liebegeld.

Die Stellproben mit Textbuch folgten deswegen in diesem Jahr besonders schnell. Aber genauso schnell wurden die Skripte auch wieder beiseitegelegt. „Wenn man sich ans Textbuch klammert, kann man nicht authentisch spielen“, ist der Regisseur überzeugt.

Schauspieler der Speelkoppel Hoyerswege verleihen „Leeveslocken“ Charakter“

Mittlerweile laufe die „heiße Phase“ und damit die Zeit der Durchlaufproben für„Leeveslocken“. „Ab nächster Woche treffen wir uns dreimal wöchentlich zum Proben“, berichtet Liebegeld. Dabei würden aber nur noch kleine Schwächen ausgebügelt, es gehe vor allem darum an den Pointen zu feilen. „Ich merke bei jeder Probe, wie sich die Schauspieler mit den Charakteren identifizieren und dabei facettenreicher und textsicherer werden“, beobachtet er. „Wir haben jetzt schon viel Spaß beim Proben und werden ihn auch auf das Publikum übertragen können.“

Speelkoppel Hoyerswege schafft für „Leeveslocken“ neues Bühnenbild an

Darüber hinaus müsse noch fürs Bühnenbild tapeziert, die Einrichtung des Friseursalons noch vervollständigt werden. Und gerade das Bühnenbild ist in diesem Jahr etwas Besonderes. Die meisten plattdeutschen Stücke spielten in Gaststuben oder Wohnzimmern. „Das ist auch für uns das erste Mal, dass wir in einem Friseursalon auftreten“, sagt Liebegeld. „Wir haben aber eine fachkundige Beratung“, sagt Liebegeld. Hella Holldorf, 2. Vorsitzende der Speelkoppel, ist Friseurin und hat viel zur Gestaltung beigetragen.

Auf die Bühnenbauer der Speelkoppel Hoyerswege ist Verlass

Spezielle Bühnenteile wie ein Schaufenster und dessen Ausblick mussten neu angefertigt werden. „Auch das Mobiliar ist natürlich ein ganz anderes als in einem Wohnzimmer“, erklärt Liegegeld. Dabei trafen die Bühnenbauer auf altbekannte Schwierigkeit. Sowohl Bühnenbild als auch Mobiliar müssten von Spielstätte zu Spielstätte transportiert werden und die Bühnen seien relativ klein.

Zum Glück könnten sich die Schauspieler der Speelkoppel auf ihre tatkräftige Bühnenabteilung verlassen. „Wir haben Leute, die schleppen, und Leute, die den Bau und die Gestaltung übernehmen“, berichtet Liebegeld. Das sei schon eine komfortable Situation. „So können wir uns aufs Spielen konzentrieren.“

Theaterfete und Grünkohl nach der Premiere von „Leeveslocken“

Davon können sich Interessierte bei der Premiere am Samstag, 21. November, ab 19 Uhr mit anschließender Theaterfete auf dem Hof Kunst, Wildeshauser Landstraße 9, überzeugen. Die Karte kostet zwölf Euro. „Das traditionelle Grünkohlessen fällt deswegen aber nicht aus“, beruhigt Liebegeld. Am Samstag, 28. November, können Besucher für 17 Euro ab 18 Uhr Grünkohl und ab 19.30 Uhr die Vorstellung genießen.