Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Katzenhaus noch nicht fertig Wildeshauser Tierschützer kritisieren Tierheim in Bergedorf

Von Thomas Deeken | 30.12.2016, 18:09 Uhr

Die Tierschutzgruppe Wildeshausen erhebt schwere Vorwürfe gegen das Tierheim „Zu diesen Bedingungen werden wir keine Tiere nach Bergedorf bringen“, sagte Tierschützerin Edith Kaminski, die die Unterbringungsmöglichkeiten anprangert, gegenüber dem dk. Mark Ungnade, Betreiber des Tierheims, wehrt sich gegen die Vorwürfe, gibt allerdings zu, dass das Katzenhaus, das eigentlich bis Ende des Jahres gebaut sein sollte, erst im Januar fertig wird.

 Ab Anfang 2017 nimmt Ungnade laut politischem Beschluss Fundtiere aus insgesamt elf Gemeinden auf – unter anderem auch Katzen, Hunde und Kaninchen aus Hatten und Großenkneten, die derzeit noch von der Tierschutzgruppe am Reepsmoorweg in Wildeshausen betreut werden.

„Für Tiere absolut unzumutbar“

„Die vorgefundenen Unterbringungsmöglichkeiten für Katzen entsprachen nicht einmal annähernd den Empfehlungen des Deutschen Tierschutzbundes“, moniert Edith Kaminski, die das Heim Ende November besucht hatte. Es hätten lediglich zwei beheizbare Katzenstuben zur Verfügung gestanden, in denen es weder Körbchen, Höhlen und Liegeplätze, noch Kratzbäume gegeben habe. Außerdem seien Neuzugänge in fünf Käfigen auf dem Flur hinter der Eingangstür untergebracht worden. „Das stellt nicht nur aus hygienischen Gründen ein Problem dar, sondern ist auch für die Tiere absolut unzumutbar“, so die Wildeshauserin. Die für Kleintiere vorgesehene Unterkunft habe aus einem dunklen, maximal drei Quadratmeter großen, unbeheizten und heruntergekommenen Bretterverschlag bestanden. Ungnade habe beim Besuch der Tierschutzgruppe versichert, bis zum Jahresende ausreichende Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen.

Katzenhaus soll im Januar fertig sein

Das Heim in Bergedorf habe in den vergangenen Wochen sehr viele Tiere vermitteln können, sodass zurzeit noch knapp 40 Katzen und zehn Hunde untergebracht seien, erklärte Ungnade im Gespräch mit dem dk. Knapp 40 Katzen könne er noch aufnehmen. „Für einen kurzen Zeitraum wird es allerdings noch nicht optimal sein“, gab er zu. Er versprach aber, dass das neue, zusätzliche Katzenhaus auf einer Fläche von mehr als 70 Quadratmetern mit drei Zimmern „auf alle Fälle noch im Januar fertig wird“. Anschließend werde ein weiteres Katzenhaus mit sechs Zimmern plus Behandlungsraum für den Tierarzt gebaut, das Ende Frühjahr/Anfang Sommer fertig sein soll. Dann würde es auch noch mehr Platz auf der Quarantänestation geben.

Ungnade wolle Anfang des Jahres noch über das genaue Übergabe-Procedere mit den Gemeinden sprechen. Er sei auch zu Gesprächen mit der Tierschutzgruppe bereit. Im Übrigen sei das Tierheim an fünf Tagen in der Woche geöffnet. Da könnten sich Tierfreunde auch ein genaues Bild vor Ort machen. Nähere Informationen gibt es auf der Homepage.