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Kein Versteckspiel hinter Floskeln Dunja Hayali referiert in Dötlingen über Wertschätzung

Von Ole Rosenbohm | 02.11.2018, 18:38 Uhr

Dunja Hayalis Auftritt hat am Donnerstagabend für einen mit 400 Gästen voll besetzten Saal im Dötlinger Hotel Gut Altona gesorgt. Die viel beachtete ZDF-Journalistin beklagt den Vertrauensverlust ihres Berufsstandes.

Hayali sprach auf Einladung der Genossenschaftsbanken der Regionzum Thema „Wertschätzung“. Hayali präsentierte sich auskunftsfreudig und gab spannende Einblicke in ihren Beruf: „Es ist mir wichtig zu erklären, warum ich wem welche Fragen stelle.“ Denn eines habe sie gerade in den vergangenen Jahren erfahren: „Das Vertrauen in unseren Berufsstand hat nachgelassen“. Dennoch sei es „bei allem Mist der tollste Job, den man sich wünschen kann“. „Mist“ etwa erlebte die 44-Jährige, die sich immer offen für ein Recht auf Asyl einsetzt, auch im Internet. Bei Facebook, Instagram und Twitter finden sich auf ihren Accounts immer wieder Hetze und sogar Morddrohungen. Zuletzt kochte eine Diskussion nach einer Gruppenvergewaltigung in Freiburg hoch.

Warum sie sich so etwas überhaupt antut? „Nicht äußern widerspricht meiner Natur“, sagte Hayali.

Missbrauch von sozialen Medien beklagt

Zwar würden soziale Medien oft missbraucht werden, „aber es gibt auch sehr gute Diskurse“. Die meisten Nutzer seien doch „klar denkend und wollten eine soziale Gesellschaft mit Rechten und Pflichten. Natürlich kommt ein Gespräch mit Dunja Hayali nach Politik, Job und neuem Buch „Haymatland“ in Anlehnung an ihren Namen, nicht ohne das „Aktuelle Sportstudio“ aus, zu dessen Moderatorenkreis sie sich seit Sommer zählen darf: „Ein Kindheitstraum“, sagte sie, auch wenn die Erwartungen an sie „überproportional“ gewesen wären: „Aber auch mit mir fängt die Sendung nicht früher an und zeigt nicht alle Randsportarten.“ Sie wusste gar nicht, ob sie verraten durfte, wer ihr nächster Gast am 12. November wird, deshalb nur: „Es ist ein Torwart, der kein Blatt vor den Mund nimmt.“ Hayali selber auch nicht.