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Keine Chance auf Strafminderung Ganderkeseer muss wegen Betrugs in Haft

Von Ole Rosenbohm | 22.06.2017, 16:09 Uhr

Keine Chance hatte am Donnerstag ein 32-jähriger Selbstständiger aus Ganderkesee in einer Berufungsverhandlung vor dem Oldenburger Landgericht.

Der Mann war in erster Instanz in Delmenhorst wegen gewerbsmäßigen Betrugs zu acht Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Nun versuchte er, die Strafe zu drücken. Aber selbst sein Rechtsanwalt riet ihm früh, die Berufung zurückzuziehen.

Nach Haftverbüßung wieder straffällig geworden

Erst im Dezember 2015 war er aus der Haft entlassen worden, schon im Januar darauf begannen seine Betrügereien. Um sein selbstständiges Online-Geschäft voranzubringen, bestellte er jeweils zum Verkauf Panzergläser für Handys und große Posten Glühbirnen. Von einem weiteren Geschädigten bestellte er eine Transferpresse zum Bedrucken von T-Shirts und von einer Firma gleich viermal größere Mengen T-Shirts. Der Gesamtwert aller Waren betrug um die 2500 Euro.

Online-Betrüger

Online verschickte er den Verkäufern angebliche Überweisungsbelege. Nur: Lediglich die Waren erreichten ihr Ziel, Geld dafür niemals. Als keine Ausrede mehr griff, brach er den Kontakt zu den Verkäufern ab. Die zürnten: Einer schrieb, seit dem Vorfall Schulden zu haben, sogar Zinsen dafür zahlen zu müssen.Der alle Taten einräumende Angeklagte versicherte, den Schaden gut machen zu wollen, zudem kümmere er sich um einen Therapieplatz gegen seine Bestellsucht.

Negative Sozialprognose

Dann aber verlas Richterin Judith Hilker den Bericht der Bewährungshelferin: Der Angeklagte besitze weder Einsicht noch Opferempathie, hieß es dort. Vernichtend für eine positive Sozialprognose.

Berufung zurückgezogen

Der Anwalt brauchte keine Minute, um seinen Mandanten zu überzeugen: „Wir nehmen die Berufung zurück“, verkündete er. Wohl die richtige Entscheidung, sagte Richterin Hilker und riet dem Angeklagten, sich künftig lieber um eine Festanstellung zu bewerben.