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Keine Kandidatur bei Kommunalwahl 2016 Marbach kündigt Rückzug aus Ganderkeseer Politik an

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 06.05.2016, 13:57 Uhr

Christian Marbach aus der Fraktion UWG-Marbach tritt bei der Kommunalwahl im September dieses Jahres nicht wieder an. Das hat der Elmeloher am Freitag mitgeteilt. Er werde weder für den Ganderkeseer Gemeinderat noch für den Kreistag kandidieren, sondern sich „nach elf Jahren intensiver ehrenamtlicher politischer Arbeit komplett aus allen politischen Funktionen zurückziehen“.

Marbach möchte sich zukünftig stärker auf seine Familie, auf Freunde und eigene sportliche Aktivitäten und Projekte konzentrieren. Ein wesentlicher Grund für seinen Rückzug sei der schwere Unfall seiner Frau vor zwei Jahren gewesen. Daher stehe die Entscheidung bereits seit seinem Austritt aus der Fraktion Freie Wähler (FW)/Unabhängige Wählergemeinschaft Ganderkesee (UWG) im Jahr 2014 fest. „Darüber sind ausgewählte vertraute Personen seit letztem Jahr informiert“, so der 46-Jährige. Es habe zwar noch einige gute Gespräche mit verschiedenen Ratsvertretern gegeben, die ihn gerne in ihrer Fraktion gehabt hätten, sagt Marbach, ohne Details zu nennen. Der Entschluss stehe aber fest. Eine Rückkehr in die Politik sei, wenn überhaupt, erst dann wieder vorstellbar, wenn seine sechs und elf Jahre alten Söhne groß seien.

Bäder eine politische Herzensangelegenheit

„2005 bin ich als parteiloser Bürger mit der Kritik an der vom Gemeinderat beschlossenen externen Privatisierung unsere Bäder in die Kommunalpolitik gegangen“, blickt der Diplom-Kaufmann zurück. Seine Motivation sei es gewesen, die Ganderkeseer Bäder wieder in Eigenregie zu bringen . „Dieses mir persönlich sehr wichtige Ziel ist mit der Vertragskündigung des externen Betreibers Aquapark Management nunmehr erreicht“, so Marbach.

„Habe als Einzelner viel bewegen können“

In dieser Legislaturperiode habe er als parteiloser Ratsherr – „immerhin mit den meisten erfolgreichen Anträgen und Anregungen im Gemeinderat“ – sehr häufig die Zustimmung der anderen Fraktionen erhalten und dadurch als Einzelner viel bewegen können. Das mache ihn stolz, und er sei sehr dankbar dafür, da er als Parteiloser nie eigene Mehrheiten gehabt habe. Vielmehr habe er immer erst die Zustimmung der anderen Fraktionen gewinnen müssen. Das sei aber möglich gewesen, weil die Zusammenarbeit im Gemeinderat fraktionsübergreifend funktioniert habe.

Viel Spaß an politischen Diskussionen

Die politischen Diskussionen hätten Marbach Spaß gemacht. Gleichwohl möchte er sich künftig um andere Themen kümmern – zumal „Kommunalpolitik, wenn man sie richtig machen will, sehr zeitintensiv ist“. Neben seiner Familie möchte sich der 46-Jährige privat wieder verstärkt dem Rennradfahren und dem Freiwasserschwimmen widmen. Sein Ziel im nächsten Jahr: einmal beim Transkontinentalschwimmen von Asien nach Europa mit dabei sein. Und irgendwann mal von Europa nach Afrika schwimmen. Darüber hinaus sei er als Sprecher der Hinterbliebenen der Opfer von Todespfleger Niels H. noch lange nicht mit der Aufarbeitung der Klinikmorde in Delmenhorst fertig.