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Keine Kooperation mit Delmenhorst regioVHS Ganderkesee bleibt eigenständig

Von Thorsten Konkel | 18.11.2015, 12:24 Uhr

In der Flüchtlingskrise ordnet sich auch in der Gemeinde Ganderkesee so manches einst heiß diskutierte Thema unter: Die noch zur Jahresmitte angedachte Zusammenlegung der Volkshochschulen Ganderkesee und Delmenhorst scheint vom Tisch zu sein.

Da Rolf Schütze, langjähriger Direktor der regioVHS und Helmut Koletzek, Chef der Volkshochschule Delmenhorst, beide 2016 in den Ruhestand gehen, gab es die Idee einer umfassenden Kooperation.

Angesichts des Drucks durch die Flüchtlingskrise auf die Gemeinde hätte diese Planung in der Verwaltung nun keine Priorität mehr, betonte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas am Dienstagabend während der Bürgerfragestunde im Ausschuss für Bildung und Kultur.

Kein Interesse an enger Zusammenarbeit mehr

Interesse an einer engen Zusammenarbeit scheint auch die Stadt Delmenhorst nicht mehr zu haben: „Delmenhorst steht unter größerem Zeitdruck und hat die Stelle eines neuen VHS-Leiters sowieso schon ausgeschrieben“, berichtete die Verwaltungschefin Zuhörern und Ausschussmitgliedern.

Von einer Verlagerung des Angebots seiner Bildungseinrichtung hatte zuvor VHS-Chef Rolf Schütze berichtet: „Unsere Aktivitäten haben sich vom klassischen Bildungsangebot auf andere Felder wie etwa die Sprachförderung verlagert“, sagt er.

Gesundheitsbildung im Fokus

Auch die Gesundheitsbildung solle gestärkt werden. „Nach dem geplanten Umzug der regioVHS von der Nordschule in Bookholzberg in die Oberschule am Ammerweg steht uns ein zusätzlicher Raum zur Verfügung“, sagte er. Und auch mit dem Umzug der Schierbroker regioVHS-Außenstelle vom Bürgertreff an der Schierbroker Straße in das Rethorner Haus Cristina würde sich die Raumsituation entscheidend verbessern: „Die Immobilie ist schließlich mal als Seminarhaus gebaut worden“, betonte Schütze.

Insgesamt belaufen sich die Aufwendungen für die regioVHS laut Haushaltsplanentwurf 2016 für aktives Personal im kommenden Jahr auf 907.600 Euro. (ein Plus von 51.500 Euro gegenüber 2015), wovon 337.000 Euro auf Honorare für Dozenten entfallen.

Dieser Betrag wurde mit Hinblick auf Deutschkurse für Flüchtlinge um 50.000 Euro erhöht und ist durch entsprechend erhöhte Einnahmen gedeckt.

Kulturveranstaltungen hoch defizitär

Dagegen soll der Zuschussbedarf für das Produkt „Kulturveranstaltungen und Events“ deutlich steigen – um 20.900 Euro von zuvor 66.000 Euro auf 86.900 Euro. „Es ist bedauerlich, dass die Kosten steigen, aber die VHS leistet gute Arbeit“, stellte Marion Daniel, Fraktionsvorsitzende der FDP, fest.