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Kichern mit dem Kunststoffkomiker Werner Momsen macht Ganderkeseer Alltag zur Lachnummer

Von Antje Cznottka | 12.06.2015, 19:12 Uhr

Ein Kleinkunst-Highlight hat Station in Ganderkesee gemacht. Der Hamburger Klappmaul-Komiker Werner Momsen entlockte dem Publikum in der Mensa am Steinacker ganze Lachsalven.

Die Mensa der Oberschule am Steinacker in Ganderkesee hat sich am Donnerstagabend in einen Theatersaal verwandelt. Werner Momsen (gespielt von Detlef Wutschick) zeigte sich gleich zu Beginn seiner zweiten Soloshow „Mensch bleiben“ verständnisvoll für das menschliche Laster im Alltag. „Weil ich weiß, wie schwer der Kampf mit dem Sandmann um diese Uhrzeit ist, sage ich, pennen Sie ruhig“, empfahl der gebürtige Rentner seinem Publikum.

Der schwarze Mann hinter Werner Momsen

Das wiederum hatte allerdings gar keine Chance zur Ruhe zu kommen, so viel Lebendigkeit versprühte Momsen auf der Bühne. „Sie sind zu 90 Prozent aus Wasser, ich zu 90 Prozent aus Polyvinyl, aber wer will da sagen, wer lebendiger ist“, merkte der Klappmaul-Komiker an. Detlef Wutschick, der Mensch hinter der Kunstfigur Werner Momsen verstand es, neben der authentischen Sprache und ausgefeiltem Wortwitz, auch schauspielerische Raffinesse und Dynamik in sein Programm einzubringen. So vergaß man den Mann in Schwarz hinter Momsen schnell. „Es ist erstaunlich, wie er die Emotionen und die Komik durch Gestik auf die Puppe überträgt“, sagte Zuschauerin Irmhild Stolle.

Alltag wird in Ganderkesee zum Knüller

Mit trockenem, typisch norddeutschem Humor sprach Momsen den Zuschauern aus der Seele und ihre Lachmuskeln an. „Es ist lustig, weil es aus dem Leben gegriffen ist. Sicher sind die Witze überzogen, aber es steckt immer auch ein Funke Realität darin“, sagte Zuschauerin Nina Pylypiak. Als Kabarettist würde er oft gefragt, woher er seine Ideen bekomme, berichtete Momsen. „Man muss nur genau hinsehen. Wenn wir uns eine Stunde unterhalten, hätte ich ein neues Programm“, stellte Momsen dem Publikum in Aussicht.

An Schlaf ist in der Mensa am Steinacker nicht zu denken

Tatsächlich schaffte es die Kunstfigur Momsen zielsicher Alltäglichem seine ureigene Komik zu entlocken, indem er sich beispielsweise als Außenreporter des NDR zu den Alteingesessenen auf die Rentnerbank am Hafen von Norderney setzt und klönt. Mit diesem besonderen Blick auf die Welt verschaffte er seinen Gästen gekonnt einen kurzweiligen Abend, an dem an ein Nickerchen nicht zu denken war.