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Kindergärten in Hude Platzbedarf in Kitas setzt Hude unter Druck

Von Reiner Haase | 06.02.2019, 17:36 Uhr

Die Kita St. Marien in Hude-Süd erhält einen festen Anbau. Die Umgestaltung wird teurer als zunächst geschätzt. Weitere Provisorien und Bauten sind erforderlich.

So umstritten der geplante Bau eines Kindergartens in Hude-Nord ist, so geschlossen steht die Ratspolitik hinter dem Ausbau des katholischen Kindergartens in Hude-Süd. Obwohl der Bau zusätzlicher Räume für die Kita an der Glatzer Straße laut aktueller Kostenberechnung 190000 Euro teurer als vor einem halben Jahr geschätzt wird, hat der Ausschuss für Jugend, Gesellschaft und Soziales der von Architekt Stefan Scheper vorgestellten Planung einstimmig zugestimmt. Der Zugewinn fest umbauten Raumes an der Kita soll nun 890.000 Euro statt der zunächst geschätzten 700.000 Euro kosten.

Anbau ersetzt Container

Mit dem Anbau bietet der katholische Kindergarten auf Dauer Platz für sechs Gruppen. Die sechste Gruppe gibt es zwar jetzt schon, aber nur dank einer befristet genehmigten Containerlösung.

Heizung kurz vorm Ende

Ein Kostentreiber ist der nun geplante Austausch der Heizungsanlage; die Kita-Heizung hat die Höchstbetriebsdauer von 30 Jahren fast erreicht. Auf Anforderung des Landesjugendamts werden der Alt- und der Neubau mit einem geschlossenen Gang statt mit einer offenen Fläche verbunden. Zusätzliche Brandschutztüren sind inzwischen auch eingeplant.

Finanzplan steht noch aus

700.000 Euro sind mit Ratsbeschlüssen in den Gemeindehaushaltsplänen für 2018 und 2019 bereits verankert; für die restlichen 190.000 Euro will die Verwaltung noch einen Finanzierungsvorschlag unterbreiten. 50.000 Euro könnten zunächst eingespart werden, wenn die geplante Umstrukturierung des Küchen- und Essbereichs aufgeschoben wird. Der Ausschuss plädiert allerdings dafür, die ganze Planung in einem Rutsch umzusetzen.

Umstrittener Neubau

Die Kindergärten und die vorschulische Bildung bergen für die Gemeinde erklärtermaßen „Schätze für die Zukunft“. Eine neue „Schatzkammer“ soll, wie berichtet, in Hude-Nord auf Teilen des Mehrgenerationenspielplatzes im Bereich Jägerstraße/Amselstraße entstehen. Im Fachausschuss forderten die Anwohnersprecher Carsten Raschen und Dieter Bornemann, die Pläne so zu überarbeiten, dass weniger Bäume gefällt werden müssen. CDU-Sprecher Friedrich Schnabel warb dafür, den – mit knapper Mehrheit durchgesetzten– Beschluss des Fachausschusses so zu akzeptieren, wie er ist.

Versorgungslücke droht

Die Gemeinde steht im Kita-Bereich unter Druck: Laut Verwaltung zeichnet sich für den Start ins Kindergartenjahr 2019/2020 eine Versorgungslücke von mindestens 25 Plätzen ab. Das Raumproblem soll am Standort der provisorischen Kita im Gewerbegebiet Am Bahndamm gelöst werden. Das Konzept soll im März auf dem Tisch liegen.