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Kiosk in Ganderkesee Kioskbetreiber Selle schätzt Ganderkeseer Stammkundschaft

Von Antje Cznottka | 21.04.2015, 19:00 Uhr

Bereut hat Ralph Selle die Entscheidung, den Kiosk seiner Mutter zu übernehmen, nie. Obwohl es in den letzten 17 Jahren nicht einfacher geworden sei, den Kiosk an der Grüppenbührener Straße in Ganderkesee zu führen.

Ralph Selle versucht in seinem Kiosk an der Grüppenbührener Straße auch Einzelwünsche zu erfüllen. „Wenn jemand eine Zeitung möchte, die ich nicht im Bestand habe, oder einen besonderen Wunsch hat, versuche ich das zu bestellen. So weiß ich, dass die Leute wiederkommen“, sagt Selle. Seine Kunden danken es ihm. 95 Prozent der Käufer seien Stammkunden. „Ohne die Stammkunden wäre die Arbeit sonst auch etwas trostlos“, sagt Selle dankbar.

Kiosk im Familienbesitz

Den Kiosk hat der ehemalige Tischler von seiner Mutter übernommen, die ihrerseits zehn Jahre dort gearbeitet hatte. Neben seinem eigentlichen Beruf als Tischler unterstützte er drei Jahren lang seine Mutter, bis er den Kiosk gänzlich übernahm. „So war das kein Sprung ins kalte Wasser mehr“, sagt Selle. Sein alter Beruf als Tischler sei „der schönste der Welt“ gewesen, allerdings habe er wegen der langen Arbeitszeiten nicht mehr genug Zeit für die Familie gehabt. „Den Kiosk zu führen ist zwar zeitaufwendiger, aber ich kann mir die Zeit frei einteilen.“

Viel Kundenkontakt

Zu schätzen wisse er, dass ihm die Arbeit im Kiosk die Zeit biete, sich mit den Leuten zu unterhalten, sagt der 47-jährige Kioskinhaber. Das gehöre genauso zum Service wie das schnelle Abfertigen, wenn Kunden nur kurz anhielten, um Zigarettennachschub zu holen. „Das ist oft ein Vorteil zum Supermarkt“, sagt der 47-jährige Kioskbesitzer.

Notfall-Versorgung am Wochenende

Die Kunden schätzten vor allem die langen Öffnungszeiten. „Wo bekommt man am Wochenende denn sonst im Notfall noch einen Becher Sahne oder einen Liter Milch“, gibt Selle zu bedenken. Er würde sich wünschen, dass diese Kunden ab und an ihre Zeitung und Zigaretten bei ihm kauften. „Diese Sachen sind hier ja nicht teurer als im Supermarkt, helfen mir aber und sichern so die Notfall-Versorgung“, erklärt Selle mit einem Lächeln.

Paketannahme als Zusatzleistung

Als Kiosk-Betreiber müsse man sich auch immer etwas Neues überlegen, um das Geschäft am Laufen zu halten. Selles Kiosk ist deshalb gleichzeitig ein Hermes-PaketShop. „Jeder dritte Paketkunde kauft auch noch eine Kleinigkeit“, sagt der ehemalige Tischler.

Der Kiosk ist täglich von 6 bis 22 Uhr, samstags ab 7 Uhr und sonntags ab 8 Uhr geöffnet, „an 365 Tagen im Jahr“. Selle selbst steht von 6 bis 14 Uhr im Kiosk. Während er sich im Anschluss der Buchhaltung, dem Einkauf und allem, was sonst noch anfällt, widmet, bessern Schülerinnen ab 18 Jahren bei ihm ihr Taschengeld auf und stehen im Kiosk. „Da war die Einführung des Mindestlohns eine ziemliche Kostenbelastung“, sagt Selle. „Ich würde aber auch mehr zahlen, wenn der Laden es hergeben würde.“