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„Kirche muss auf Menschen zugehen“ Kreissynode will Diakonisches Werk in Verein überführen

Von Katja Butschbach | 18.03.2015, 13:31 Uhr

Bookholzberg/Landkreis Oldenburg/Delmenhorst. Für eine offene und einladende Kirche hat sich Kreispfarrer Bertram Althausen bei der Kreissynode im Dietrich-Bonhoeffer-Haus ausgesprochen.

Er erläuterte, dass die im vergangenen Jahr gestiegenen Kirchenaustritte einerseits zu respektieren, andererseits aber auch zu bedauern seien. Die evangelische Kirche sei eine „starke und wichtige Minderheit“, erläuterte Althausen angesichts der aktuellen Zahlen: Im Landkreis Oldenburg sind 53 Prozent der Bevölkerung evangelisch, in der Stadt Delmenhorst sind es 38 Prozent.

„Umso mehr hätte Kirche bei den Menschen zu sein und müsse auf sie zugehen“, heißt es in einer Mitteilung der Kirche. Dies sei bereits erfolgreich geschehen: So hat es an einem Badesee einen großen Taufgottesdienst gegeben, den die Gemeinden Dötlingen, Huntlosen und Hatten gemeinsam organisiert hatten. Auch ein Jazz-Gottesdienst in Delmenhorst und die Reihe ‚Passionspunkte‘ an öffentlichen Orten der Stadt zeigten, wie Kirche neue Wege gehe und selbstbewusst auf die Menschen zugehe.

Der Kreispfarrer betonte auch die gesamtgesellschaftliche Bedeutung von kirchlich-diakonischer Arbeit: Hier verwies er auf „umfangreiche“ Flüchtlings- und Migrations-Sozialarbeit des Diakonischen Werkes im Landkreis und in Delmenhorst. „Wir sind genau die Richtigen, um eine lebendige Willkommenskultur zu entwickeln.“

Auch die Notfallseelsorge und die Krisenintervention im Kirchenkreis werden gestärkt: Pastor Udo Dreyer aus Wüsting hat dafür auf Beschluss des Kreiskirchenrates als Koordinator der Notfallseelsorge einen 25-Prozent-Stellenanteil im Kirchenkreis inne.

Einstimmig votiert wurde dafür, das Diakonische Werk im Kirchenkreis ab 2016 in einen eingetragenen Verein zu überführen. Diakoniepfarrer Dietrich Jaedicke und Diakonie-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Pape stellten die Idee des Kreiskirchenrates vor. „Es überzeugte die Kreissynodalen, dass damit eine engere Verzahnung von Kirchengemeinden und Diakonie verbunden ist, da alle Kirchengemeinden in der Mitgliederversammlung vertreten wären“, heißt es von der Kirche. Es sei so möglich, „direkter Beschlüsse zu fassen“. Für die Mitarbeiter ändere sich auch hinsichtlich der Arbeitsplatzsicherheit nichts.

Dem Kirchenkreis Delmenhorst/Oldenburg Land gehören über 93.000 Gemeindeglieder aus Delmenhorst, dem Landkreis Oldenburg und der Gemeinde Stuhr an.