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Kirchengemeinde St. Hedwig St.-Hedwig-Orgel in Ganderkesee wird restauriert

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 21.10.2016, 18:30 Uhr

Zum 50. Geburtstag sind die Spezialisten angerückt: Damit die Orgel der katholischen St.-Hedwig-Gemeinde endlich wieder so wie früher klingt, haben Orgelbauer das Instrument aus dem Jahr 1966 seit Wochenbeginn komplett zerlegt.

648 Pfeifen aus Holz sowie einer Zink-Blei-Legierung mussten Dietmar Franke und Vincent de Pon dabei ebenso sorgfältig entfernen, wie die hölzerne mechanische Tastentraktur mit ihren vielen Kleinteilen. In Ludwigsburg war die Orgel vor 50 Jahren von der Firma Walcker gebaut worden, später erklang sie in einer Essener Kirchengemeinde und kam eher durch Zufall in den Norden.

Einst als gebrauchte Orgel erworben

„Eigentlich“, verriet Pfarrer Norbert Lach am Freitag bei der Vorstellung der Arbeiten, „sollte damals eine nagelneue Führer-Orgel beschafft werden.“ Doch weil es am Geld mangelte und die Gebrauchtorgel gerade auf dem Markt war, sei die Entscheidung eben so gefallen.

Im Stich gelassen hat das handgefertigte Qualitätsinstrument die Organisten, darunter derzeit Wolfgang Bierek, nie.

Stimmen der vielen Pfeifen vonnöten

Allerdings hat sich die Klangqualität inzwischen so verschlechtert, dass neben einer Grundreinigung und einem Austausch der Verschleißteile auch das Stimmen der vielen Pfeifen unumgänglich geworden sind. Generalüberholt wird die Orgel zudem auch optisch reizvoller sein. Ein neues hölzernes Schleierbrett verkleidet dann nämlich die Pfeifen.

Die rund vierwöchigen Arbeiten haben ihren Preis. Rund 15.000 Euro fallen dafür an, ein Drittel die kleine St.-Hedwig-Gemeinde, die Teil der übergeordneten katholischen Gemeinde St. Marien in Delmenhorst ist selbst tragen. Ein Spendenaufruf verlief innerhalb kürzester Zeit so erfolgreich, dass diese Mittel inzwischen bereit stehen.

Dankkonzert im Januar

Ein Dankeskonzert für die Spender und alle, die die Orgel nach der Komplettüberholung erklingen hören möchten, soll im Januar stattfinden. „Der genaue Termin steht noch nicht fest“, sagte Organist Bierek.

Die rund vierwöchige Pause, bis seine Orgel wieder bespielbar ist, überbrückt Bierek in St. Hedwig mit einem Leihinstrument. Das Orgelpositiv mit drei Registern hat vorübergehend seinen Platz vor dem Altarraum gefunden.