Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Kirchenstiftung Harpstedt „Dreck“ als Beilage zum Harpstedter Stiftungsmahl

Von A. Schnackenburg | 23.06.2016, 16:21 Uhr

Das Theaterstück „Dreck“ hat das Stiftungsmahl der Harpstedter Kirchenstiftung gewürzt. Der Abend stockt das Kapital der Stiftung um 600 Euro auf.

Timo Rucks brachte es auf den Punkt. Der Pastor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Harpstedt strich im Zuge des Tischgebets vor dem 8. Stiftungsmahl der Harpstedter Kirchenstiftung in Hackfelds Dorfkrug heraus, wie gut es doch den rund 60 Teilnehmern des Mahls wie der gesamten Gemeinde gehe: So gut, dass sie gar vorsorgen könnten, statt – wie manch anderer – Dreck essen zu müssen.

„Dreck“ kommentiert Flüchtlingssituation

Mit diesen Worten sorgte Rucks zugleich für die passende Überleitung zum späteren Auftritt des Schauspielers Mathias Kopetzki, der in Hude aufgewachsen ist. Kopetzki spielte nämlich Robert Schneiders Monolog „Dreck“, ein Stück aus den frühen neunziger Jahren, das um die prekäre Situation eines verstoßenen Fremdlings in der westlichen Gesellschaft kreist. Der Schauspieler sieht das Drama als passenden Kommentar zu der aktuellen Flüchtlingssituation. Er verlieh gegenüber unserer Zeitung seiner Verwunderung darüber Ausdruck, dass „Dreck“, einst eines der meistgespielten Stücke überhaupt, heute kaum noch dargeboten werde.

8700 Euro für Kirchenprojekte

Über ein Kapital von 390000 Euro verfüge die im September 2007 gegründete Harpstedter Kirchenstiftung mittlerweile, hatte Dieter Claußen, Vorsitzender dieser Stiftung, zum Auftakt des Abends gesagt. Trotz der Niedrigzinsphase ließen es aber die Zinserträge des laufenden Jahres zu, rund 8700 Euro auszuschütten, Geld, dass der Kinder- und Jugendarbeit der Gemeinde sowie der Kirchenmusik zufließe – zum Teil aber eben auch der Flüchtlingshilfe.

Stiftungskapital aufgestockt

Verdeutlichte die bloße Ansetzung des Stücks „Dreck“ an diesem Abend, wie wichtig es der Stiftung ist, für Flüchtlinge einzustehen, so gewann der Besucher aufgrund der Darbietungen des Kirchenchors um Daniela Predescu zudem einen guten Eindruck davon, dass sich auch das Engagement der Stiftung zugunsten eben der Kirchenmusik für die Gemeinde lohnt. Zum feierlichen Abschluss überreichte das Ehepaar Gunda und Dieter Winkler, das das Stiftungsmahl traditionell ausrichtet, Claußen eine Spende in Höhe von gut 600 Euro: gut ein Drittel der Einnahmen aus diesem Abend.