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Kita-Leiter sprechen mit CDU Kitas im Landkreis Oldenburg leiden unter Personalmangel

Von Alexander Schnackenburg | 08.07.2015, 20:34 Uhr

Die CDU-Landtagsabgeordneten Ansgar Focke und Astrid Vockert fordern mehr Personal für die Kitas. Das Geld hierfür hat die CDU in ihrer Regierungszeit aber ebenso wenig bereitgestellt wie heute Rot-Grün.

HUDE. Die CDU-Landtagsabgeordneten Ansgar Focke und Astrid Vockert werfen der rot-grünen niedersächsischen Landesregierung vor, die „überfällige“ Novelle des Kindertagesstätten-Gesetzes zu verschleppen. Bei einem Treffen mit zehn Kita-Leiterinnen und einem Kita-Leiter am Mittwochabend im Huder Hotel Burgdorf forderten die Politiker vor allem mehr Personal für Kinderkrippen wie -tagesstätten.

Wie Vockert in einem Vortrag erläuterte, müsse das neue Gesetz neue Mindeststandards festlegen. In seiner jetzigen Fassung stamme das Kita-Gesetz aus den neunziger Jahren.

Arbeit in der Kita istanspruchsvoller geworden

Damals aber habe man gemeinhin noch kaum gesehen, dass Kinder in Kitas nicht nur untergebracht, sondern auch geschult würden. Zudem gehe der Trend in Richtung Ganztagsbetreuung. Auch sei, nicht zuletzt durch die vielen Flüchtlingskinder in den Kitas und großer sozialer Unterschiede, die Arbeit für das Personal heute wesentlich anspruchsvoller und facettenreicher als noch vor wenigen Jahren: alles Gründe, um stärker in die frühkindliche Bildung zu investieren, so Vockert.

Damit stieß sie bei den Kita-Leiterinnen im Hotel Burgdorf auf offene Ohren. „Wir arbeiten mit dem Wichtigsten, was es gibt: mit Kindern“, erklärte etwa eine Zuhörerin. Ein gesellschaftliches Umdenken sei unerlässlich.

Allerdings wandten die Erzieherinnen ein, dass es, selbst dann, wenn die Regierung mehr Geld für die Kitas bereitstelle, kaum möglich sei, für mehr Personal zu sorgen: Da sich immer weniger junge Leute für den Beruf des Erziehers interessierten. Zu schlecht würden sie bezahlt, zu stressbeladen sei der Beruf.

Um aktuell überhaupt der Aufsichtspflicht entsprechen zu können, müssten die Leiterinnen der Kitas immer häufiger selbst in die Kindergruppen gehen – und die Schreibtischarbeit bleibe liegen, erklärten einige unisono.

Hauswirtschaftliche Kräfte könnten entlasten

Zumindest ein wenig helfen könnten hauswirtschaftliche Hilfskräfte, wandte eine Erzieherin ein, da das Kita-Personal sich oftmals stundenlang um den Abwasch kümmern müsse und in dieser Zeit für die Betreuung der Kinder ausfalle.

Astrid Vockert räumte ein, dass die SPD bereits vor Jahren ähnliche Forderungen gestellt habe wie sie heute. Damals bildete noch die CDU die Regierung.