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Kita-Streit in Hude Kita-Neubau in Hude komplett auf Grünfläche

Von Reiner Haase | 16.01.2019, 09:33 Uhr

Der Huder Sozialausschuss bringt die Kita-Planung für Hude-Nord in Schwung. Der Neubau wird komplett auf die Grünfläche an der Jägerstraße gesetzt.

Die neue Kita Amselstraße in Hude-Nord wird auf dem Mehrgenerationenplatz Jägerstraße gebaut. Das hat der Sozialausschuss des Gemeinderats jetzt bekräftigt. Die SPD und die Grünen sind äußerst knapp mit dem Vorschlag gescheitert, den Baukörper deutlich über die Grundstücksgrenze der Grün- und Spielfläche hinweg in Richtung des Mehrfamilienhauses Finkenstraße 1 zu verschieben.

Anwohner protestieren

Das Verschieben des Baukörpers hätte dem Wunsch von Anwohnern und Naturschützern entsprochen, möglichst viel der größten innerörtlichen Grünfläche und eine Baumreihe aus zumeist alten Eichen und Buchen quer über den Platz zu retten. In der Bürgerfragestunde zum Auftakt der Sitzung am Montagabend im Rathaus war diese Forderung noch einmal von Nabu-Sprecher Uwe Tönjes und von mehreren Anwohnern deutlich formuliert worden. Bürgermeister Holger Lebedinzew betonte dagegen, die Möglichkeit, Flächen des Nachbargrundstücks zuzukaufen, sei begrenzt. Und er warnte davor, Zeit und Geld zu verspielen.

Spiel auf Zeit könnte teuer werden

Wie der Bürgermeister betonte CDU-Sprecher Friedrich Schnabel, dass das Verschieben des Baukörpers nicht ohne ein zeitraubendes öffentliches Verfahren zur Entwidmung der Amselstraße gehe. „Der Ausgang eines solchen Verfahrens ist offen“, warnte Schnabel. Laut Bürgermeister Lebedinzew könnte bei weiterem Verzug außerdem die Zusage des Landes, einen Zuschuss von 350 000 Euro zu zahlen, kassiert werden. „Alle Gemeinden wollen Kindergärten bauen. Die vom Land bereitgestellte Gesamtfördersumme ist begrenzt. Und wir wissen nicht, ob das Land den Zuschusstopf auffüllt“, so Lebedinzew. Auf Nachfrage stellte der Bürgermeister klar, dass die Gesamtkosten des Kita-Projekts noch nicht beziffert werden können. Im Investitionsprogramm der Gemeinde für 2019 und 2020 stehen laut Verwaltung 3,8 Millionen Euro zur Verfügung. Hinzu kommt ein Haushaltsrest von 200000 Euro aus dem vergangenen Jahr.

Baumfällungen unvermeidlich

Das Grundstück gehört der Gemeinde und ist 6500 Quadratmeter groß. Zwei Drittel der Fläche werden für die Kita und ihre Außenbereiche in Anspruch genommen; ein Drittel bleibt öffentliche Spiel- und Grünfläche. Architektin Ramona Kohl vom Planungsbüro Thalen Consult zeigte im Sozialausschuss anhand eines Vorentwurfs auf, dass die Einrichtung für sechs Gruppen – vier Kita- und zwei Krippengruppen – nur knapp auf dem Grundstück unterzubringen ist. „Der Bau geht zulasten der Bäume, egal wie wir die Kita platzieren“, stellte Kohl klar. Ihr Vorschlag, das Gebäude mit knappem Abstand zur Amselstraße zu errichten, möglichst viele Bäume zu retten, die das Grundstück einfassen, und die mittige Baumreihe zu opfern, fand eine deutliche Mehrheit, weil schließlich auch die SPD-Fraktion einlenkte.

Sechs Gruppen ebenerdig

Vorgesehen ist, dass alle sechs Gruppenräume ebenerdig gebaut werden. Das entspreche einer Anforderung des Kita-Personals, berichtete Bürgermeister Lebedinzew. „Wir ersparen uns Fahrstühle und Fluchtwege für den Brandschutz“, ergänzte CDU-Sprecher Schnabel.