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Klassentreffen Frühere Ganderkeseer Hauptschüler treffen sich nach 40 Jahren

Von Frederik Grabbe | 10.10.2015, 20:00 Uhr

Waren wir brav? Waren wir ungezogen? Das Bild, das einige frühere Schüler der Hauptschule Ganderkesee über sich und ihre Gruppe haben, ist nach 40 Jahren ein wenig verschwommen. In einem waren sich beim Klassentreffen im Oldenburger Hof am Freitagabend aber alle einig: Der Klassenlehrer war spitze.

Über die Klasse 9sc, so hieß die Gruppe zuletzt im Schulbetrieb vor vier Dekaden, darf man ruhig eines sagen: Der Zusammenhalt ist groß. Von 26 Ehemaligen kamen 20 zusammen, in den Jahren zuvor traf man sich bereits mehrfach. Die meisten leben und arbeiten heute immer noch in Ganderkesee. Wer dies nicht tut, dem ist die Anreise umso höher anzurechnen. Thomas Rohbeck zog es erst als Küchenchef nach Berlin, heute ist er Handwerkermeister in Brandenburg.

Was das Leben einem gebracht hat, ist freilich Thema am Tisch. Vier der früheren Schulkameraden arbeiten heute unter anderem als Schlosser bei Atlas, einer ist Musiker, eine andere Ergo- und Kunsttherapeutin. „Doch leider sind ein paar heute nicht mehr unter uns“, sagt Rohbeck und erinnert an drei verstorbene Schulkameraden. Weitere drei seien nicht mehr aufzufinden, „verschollen“, wie Rohbeck sagt.

Dauerknutschen im Bus, zugenähte Hosenbeine

Trotz dieser nüchternen Note ist der Spaß groß am Tisch im Oldenburger Hof: „Erinnert ihr euch an die Klassenfahrt nach Fulda?“, fragt Michael Torunski, der das Treffen eingestielt hat. Sicher erinnern sie sich, schließlich war es damals die einzige Klassenfahrt in der Schullaufbahn. „Dauerknutschen im Bus“ sei angesagt gewesen, meint einer, „wir haben nur Flaschendrehen gespielt“, sagt ein anderer. „Die Claudia hat doch von dem Jochen die Hosenbeine zugenäht“, ruft ein weiterer. Noch ein gängiger Streich sei die Zahnpasta unter der Türklinke gewesen. Die Jahrzehnte vergehen, das Alter rückt bei den heute Mittfünfzigern näher – doch der Spaß über die Streiche von früher ist ungebrochen.

„Mit Herz und Liebe unterrichtet“

Und auch eines ist unverändert: Der Respekt für den früheren Klassenlehrer Jochen Voß, heute 79 Jahre alt. „Bundeswehrstiefel, Schlüsselbund und seine Kreidler – das waren seine Markenzeichen“, erinnert sich Volker Hagestedt, von allen nur Hacki genannt. „Und mit Kreide hat er auch geworfen – und das sehr zielgenau“, fügt Fred Vosteen hinzu. „Der Herr Voß hat auch meine Kinder unterrichtet“, sagt Frank Kollmann. „Es war einer, der mit Herz und Liebe gearbeitet hat.“

Ob Streiche, Knutschen oder Unterricht: Die Erinnerung an die Schulzeit ist für die 20 ehemaligen Hauptschüler durchweg positiv. Anke Gebhardt fasst es so zusammen: „Man kann ehrlichen Herzens sagen: Die Schulzeit war schön.“