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Kleiderkammer Ganderkesee Hohe Nachfrage nach Koffern und Winterbekleidung

Von Thomas Deeken | 28.10.2015, 18:50 Uhr

Die Kleiderkammer der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Ganderkesee ist seit Kurzem aufgrund großer Nachfrage an zwei Tagen in der Woche geöffnet. War das Haus am Brüninger Weg 38 E gegenüber dem Albert-Schweitzer-Weg früher nur donnerstags bis 16 Uhr geöffnet, so stehen die Türen für Bedürftige inzwischen mittwochs und donnerstags, jeweils von 9.30 bis 12.30 Uhr, offen. „Die Leute kommen lieber vormittags“, weiß AWO-Vorsitzende Heide Heidmann aus Erfahrung.

„Im Moment sind wir gut ausgestattet. Und wir nehmen jederzeit etwas an“, sagt die AWO-Chefin, die in der Kleiderkammer von sieben ehrenamtlichen Kräften unterstützt wird. Dringend gebraucht werde Winterbekleidung von dicken Socken bis hin zur kuscheligen Jacke – in allen Größen, für Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer. Darüber hinaus seien inzwischen auch Koffer und Reisetaschen stark nachgefragt. Interessiert seien fast ausschließlich Flüchtlinge, die ihre Sachen verstauen möchten. Das Angebot habe sich herumgesprochen, sodass mittlerweile viele von ihnen zum Brüninger Weg kommen. Einige von ihnen warteten dann teilweise eine Stunde lang draußen in der Schlange, bevor das Gebäude geöffnet wird.

Bis zu 60 Personen am Tag

Neben Flüchtlingen kommen laut der AWO-Vorsitzenden großenteils Sozialhilfeempfänger und Menschen, die sich mit Minijobs über Wasser halten. Manchmal bis zu 60 Personen am Tag. Genauer nachgefragt werde bei den Personen aber nicht, „denn wir sehen den meisten an, ob sie bedürftig sind“.

Kleidung nur für den Eigenbedarf

Sie können zur Kleiderkammer kommen, um sich Klamotten oder Spielsachen, Handtücher oder Bettzeug abzuholen. „Aber nur für den Eigenbedarf“, informieren die Mitarbeiterinnen. Man könne zwar beispielsweise auch etwas für den Ehemann mitnehmen, was die meisten Flüchtlingsfrauen auch täten. Mehrere Anoraks gleichzeitig würden aber nicht mitgegeben – es sei denn, die Familien bringen ihre Kinder gleich mit. Zum Hintergrund: Die AWO-Mitarbeiterinnen möchten nicht, dass mit den Kleidern anderweitig Geschäfte gemacht werden.

Sommerliches erst ab Frühjahr bringen

Wer die Bedürftigen unterstützen möchte und Kleidung vom Winterstiefel über Unterwäsche bis hin zum Mantel spenden möchte und Spielzeug und Reisetaschen übrig hat, kann alles während der Öffnungszeiten der Kleiderkammer vorbeibringen. Wer an diesen Tagen nicht kommen kann, sollte unter Telefon (04222) 809195 einen Termin vereinbaren. Unter dieser Nummer gibt es auch Informationen darüber, was gerade besonders gebraucht wird. Wichtig: Die Kleidung muss sauber und darf nicht zerrissen sein. Außerdem bitten die Mitarbeiterinnen darum, Sommerliches erst im nächsten Jahr zu bringen – am liebsten ab Frühjahr.