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Kleidung für Bedürftige Nachfrage in Kleiderkammern in Ganderkesee weiterhin groß

Von Kristina Müller | 12.04.2017, 19:58 Uhr

In den Kleiderkammern in Ganderkesee und Bookholzberg herrscht nach wie vor große Nachfrage. Nicht nur Flüchtlinge, sondern auch Einheimische nutzen das Angebot vor Ort.

Sie sortieren, falten und hängen auf: Zwei Mal pro Woche kümmern sich jeweils vier Mitarbeiterinnen der Kleiderkammer der Awo darum, die Sachspenden für die Bedürftigen bereit zu stellen. Kleidung verschiedenster Art, darunter Jacken, Kleider, Anzüge und Blusen, aber auch Baby- und Kinderbekleidung, Teile in Übergröße, Bettwäsche, Handtücher, Schuhe, Handtaschen, Schals, Gardinen und auch einige Spielsachen sind dort zu finden.

So langsam haben die Mitarbeiterinnen die Wintersachen weggepackt und die Sommersachen aus den Kisten hervorgeholt. „Wir kriegen Unmengen an Wäsche gespendet“, berichtet Heide Heidmann, Mitarbeiterin der Kleiderkammer und Vorsitzende der Awo Ganderkesee. „Und wir nehmen auch alles an Kleidung an.“ Am meisten werde im Frühjahr und Herbst gespendet, da die Leute zu dieser Zeit Kleidung, die sie nicht mehr tragen, aussortieren.

Nachfrage weiterhin groß

Und der Bedarf ist auch nach wie vor da. Mittwochs und donnerstags, jeweils von 9.30 bis 12.30, öffnet die Kleiderkammer ihre Türen, „und an beiden Tagen ist Betrieb“, sagt Heidmann. „Um 9 Uhr stehen die Leute schon vor der Tür.“

Sehr viele Flüchtlinge, aber auch Ortsansässige kommen vorbei. „Es gibt genügend Menschen, die den Bedarf haben und sich hier Sachen holen, die sie sich sonst nicht leisten könnten“, erklärt Heidmann. Im letzten Jahr habe die Kleiderkammer rund 11.000 Teile herausgegeben.

Freundschaft geschlossen

Als der erste Schwung an Flüchtlingen kam, sei der Andrang etwas größer gewesen, wie sie sich erinnert. „Wir erleben es hier auch, dass viele, mit denen wir Freundschaft geschlossen haben, wieder zurückmussten“, so Heidmann. Doch die, die hierbleiben, kämen nach wie vor dorthin. „Die Verständigung ist manchmal etwas schwierig, aber mit Hand und Fuß geht das“, sagt Heidmann und lacht.

Manchmal würden auch die Kinder beim Übersetzen helfen. „Sagenhaft, wie schnell die Kinder in der Schule oder auch im Kindergarten Deutsch gelernt haben. Es ist schön, wie die Kinder hier zurechtkommen und ihren Müttern helfen“, freut sich Heidmann.

Nachfrage auch in Bookholzberg

Auch in der Kleiderstube in Bookholzberg gebe es weiterhin gute Resonanz, bestätigt Hauke Gruhn, Gemeindesprecher. Montags bis freitags, von 15 bis 17 Uhr, können Bedürftige dort ebenfalls nach Kleidung stöbern. Auch hier helfen acht Frauen aus der Kirche Bookholzberg dabei, den Wäschebergen Herr zu werden. „Aktuell werden erst einmal keine weiteren Spenden mehr angenommen, weil die Kleiderstube momentan gut ausgelastet ist“, weist Gruhn hin.

Das Angebot vor Ort würden überwiegend noch Flüchtlinge in Anspruch nehmen. Einen Grund dafür sieht Gruhn in den Flüchtlingssprachkursen, die räumlich sehr nah an der Kleiderstube stattfinden. „Es kommen aber auch Einheimische“, sagt der Gemeindesprecher.