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Kleinstwohnungen statt Einfamilienhäuser Forderung nach kleineren Wohnungen im Kreis Oldenburg

Von Alexander Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 16.02.2016, 13:11 Uhr

Welche Wohnungen brauchen wir im Landkreis Oldenburg? Dieser Frage ist Systemforscher Matthias Günther am Montagabend nachgegangen.

Neue Formen des gemeinschaftlichen Wohnens, mehr Geschosswohnungen anstelle von Ein- und Zweifamilienhäusern, insgesamt kleinere Wohneinheiten: Darauf sollte die Politik abzielen, findet Matthias Günther vom Eduard Pestel Institut für Systemforschung.

Studie zum Wohnungsmarkt im Landkreis Oldenburg

Das Institut hat kürzlich den Wohnungsmarkt des Landkreises Oldenburg gründlich unter die Lupe genommen. Am Montagabend referierte Günther auf Einladung der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft (GSG) Oldenburg unter dem Titel „Welche Wohnungen brauchen wir?“ in der Musikschule Wildeshausen aus der Studie. Mehrere hundert Zuhörer folgten seinen Ausführungen.

Demografischer Wandel macht kleinere Wohnungen nötig

Günther gelangte für den Kreis Oldenburg zu ähnlichen Schlussfolgerungen, wie sie sein Institut für das gesamte Bundesgebiet zieht. So kämen die Deutschen nicht umhin, sich zu verkleinern, auf weniger Raum zu wohnen als derzeit üblich: zum einen, damit es der Nation gelinge, den Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern, zum anderen aber auch, weil sich die Gesellschaft einen derartigen Wohnflächenverbrauch wie heute bald ohnehin nicht mehr werde leisten können.

Aufgrund des demografischen Wandels sowie wachsender Altersarmut benötige Deutschland dringend zahlreiche kleine und günstige barrierearme Wohnungen für Senioren sowie Kleinstwohnungen für die vielen Single-Haushalte. Die Politik dürfe nicht, wie etwa in den achtziger und neunziger Jahren, allzu stark auf den Bau neuer Ein- und Zweifamilienhäuser setzen.

Ländliche Gemeinden sollten Immobilien vorhalten

Außerdem hält Günther einen größeren öffentlichen Gebäudebestand, vor allem der ländlichen Gemeinden, für unerlässlich: Damit diese nicht erpressbar würden, trete kurzfristig Bedarf an Immobilien auf, etwa, weil Flüchtlinge untergebracht werden müssten. Allerdings verdeutlichte Günther an diversen Beispielen aus der Vergangenheit, dass es kaum möglich sei, die Bevölkerungsentwicklung über einen längeren Zeitraum vorherzusehen. Entsprechend schwer oder gar unmöglich sei es, den Wohnungsmarkt zu planen. Die Politik müsse gestalten.

Häuser der GSG sind keine Schlichtbauten

GSG-Geschäftsführer Stefan Könner nahm im Zuge eines anschließenden Podiumsgesprächs den Ball auf und skizzierte den Bau mehrgeschossiger Wohnbauten, welche seine Gesellschaft im Kreis Oldenburg plane. Dabei verwahrte er sich gegen den Begriff „Schlichtwohnungsbau“. Die GSG setze auf hohe Qualitätsmaßstäbe.