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Klimaschutz im Landkreis Oldenburg Umstellung auf E-Autos wirft viele Fragen auf

Von Mareike Bader | 21.11.2017, 19:59 Uhr

Im Grunde waren sich die Mitglieder im Struktur- und Wirtschaftsausschuss des Kreistages je einig. Die Feinheiten führten jedoch zu einigen Diskussionen.

Zum großen Punkt Einführung des Halbstundentakts sowie zu Anträgen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen gab es bei der Sitzung des Struktur- und Wirtschaftsausschuss des Kreistages am Dienstag im Kreishaus in Wildeshausen viele Anmerkungen der Kreistagsabgeordneten. Es lag nur an einzelnen Details.

Eine große Diskussion entfachte um den Antrag von Bündnis 90/Die Grünen. Dabei forderte die Kreistagsfraktion, die Fahrzeugflotte des Kreistages in den kommenden fünf Jahren auf Elektroantrieb umzustellen.

„E-Autos sind mit Unsicherheit verbunden“

„Klar ist, das Thema E-Autos ist mit Unsicherheit verbunden“, sagte Kreszentia Flauger (Die Linke). Gerade die Unsicherheit in Bezug auf den technologischen Fortschritt führte zu zahlreichen Anmerkungen.

Die meisten Kreistagsabgeordneten waren sich einig, dass der Landkreis eine Vorbildfunktion erfüllen solle – die aber keineswegs eine Offensive beim Privatkauf auslösen könne. Die SPD unterstützte die Forderung der Grünen nach einem konkreten Ziel und schlug vor, dass künftig jedes Jahr mindestens zwei Autos der Flotte mit Elektroantrieb zu ersetzen.

Aktuelle Reichweite nicht praktikabel

Landrat Carsten Harings gab zu bedenken, dass die aktuelle Reichweite von 150 bis 200 Kilometer einer Batterieladung für den Arbeitsalltag in der Verwaltung nicht praktikabel sei. „Die Fahrzeuge müssen laufen“, betonte er.

Bereitstellung von 40.000 Euro für Ladestellen am Kreishaus

Für eine Umstellung müssten auch Ladestellen auf dem Gelände des Kreishauses installiert werden, zum Beispiel in der Tiefgarage. Hierfür bat der Landrat um die Bereitstellung von 40.000 Euro im nächsten Haushalt. Der entsprechende Antrag, gestellt durch Kreszentia Flauger, wurde einstimmig angenommen.

Um flexibel auf mögliche technische Änderungen reagieren zu können, schlug Harings für die Umstellung eine Alternative zu einem konkreten Beschluss vor. Dabei sagte der Landrat zu, unter Berücksichtigung der technischen Entwicklung die Umrüstung von jährlich mindestens zwei Fahrzeugen einzuleiten und regelmäßig über den Verlauf zu berichten.

SPD forderte Koordinierungsstelle für öffentlichen Nahverkehr

Die SPD-Fraktion hatte beantragt eine Koordinierungsstelle für den öffentlichen Nahverkehr einzurichten. Der Antrag wurde positiv zur Kenntnis genommen, führte aber auch zur Diskussion, welche Punkte des in der vergangenen Legislaturperiode beschlossenen Klimaschutzkonzeptes bereits umgesetzt oder geplant seien.

Dazu solle in der kommenden Sitzung, im Frühjahr 2018, die Klimaschutzbeauftragte Manuela Schöne berichten. Die Bewertung der bisherigen Maßnahmen durch die Verwaltung soll Anfang 2018 in der Lenkungsgruppe besprochen werden.

Auch Kritik beim Halbstundentakt zwischen Bremen und Oldenburg

Dagegen verlief der Bericht über die Einführung des Halbstundentaktes im Nahverkehr zwischen Bremen und Oldenburg fast harmonisch. „Das ist ein Thema, das uns viele Jahre beschäftigt“, resümierte Landrat Harings und auch viele Kreistagsabgeordnete freuten sich über das nun stehende und für gut befundene Ergebnis.

Er stimmte den Einwurf Edurard Hüsers‘ (B90/Die Grüne) zu, dass die Umstellung erst 2022 erfolge. Harings sagte, dass auch er kein Freund von langen Planungsprozesse in Deutschland sei. In diesem Fall werde das Zeitfenster jedoch für die kommenden Baumaßnahmen durch die Deutsche Bahn benötigt.