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Klimaschutz und Landwirtschaft Großer Stall mit kleinem CO2-Ausstoß in Hatten

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 14.03.2017, 20:21 Uhr

Kühe erzeugen zwangsläufig den Klimakiller Methan. Auf dem Hof Lüschen-Strudthoff in Hatten wird der CO2-Fußabdruck kleiner.

Der Hof Lüschen-Strudthoff in Hatten ist auf dem besten Weg zum Vorzeigebetrieb für Klimaschutz in der Landwirtschaft. Die Milcherzeugung mit 140 Kühen im Stall am Grenzweg hat bisher 807 Kilogramm CO2 pro Kilogramm Milch mit sich gebracht. Dieser Wert soll auf 753 Kilogramm CO2 gedrückt werden. Dass das möglich ist, hat Ansgar Lasar, Klimaschutzberater der Landwirtschaftskammer, dem Landwirtepaar Karin und Dirk Lüschen-Strudthoff präzise vorgerechnet. Und die Milcherzeuger wollen sich Schritt für Schritt an seine Tipps halten: „Das lohnt sich für den Betrieb“, sagt die Landwirtin, „es gibt immer ’was positiv zu verändern.“

Klima schützen und sparen

Klimaschutz und Betriebswirtschaft sind laut Lasar gut unter einen Hut zu bringen. Der erste Schritt ist auf dem Hof Lüschen-Strudthoff schon getan; die Kühe, die sich im Boxenlaufstall frei bewegen können, haben sich längst an die effizienzsteigernden Melkroboter gewöhnt. Ganz neu ist der voluminöse Futtermischwagen, der Gras- und Maissilage sowie Kraftfutter besser vermengt, als es der Landwirt mit Eimer und Schaufel könnte. „Die Kühe fressen das gut gemischte Futter lieber, und sie verwerten es besser“, stellt Lasar klar.

Milch vorkühlen

Bisher fließt die knapp 40 Grad warme Milch aus dem Euter durch den Melkroboter direkt in einen Sammeltank, wo sie auf sechs Grad heruntergekühlt wird. „Dabei geht enorm viel Energie drauf“, sagt Lasar. Damit auch hier der CO2-Fußabdruck des Betriebs kleiner wird, empfiehlt er, die warme Milch über Platten mit kaltem Wasser zu leiten und vorzukühlen. „Zurzeit lohnt sich die Anschaffung besonders“, so Lasar, „es gibt 30 Prozent Zuschuss.“ Auch ohne Zuschuss sei die Anschaffung rentabel.

Rapsschrot statt Soja

Auf Anraten Lasars soll auf dem Hof in Hatten künftig Kraftfutter eingesetzt werden, das Rapsschrot statt Soja enthält. „Für Soja wird in Südamerika Regenwald gerodet. Das beschleunigt den Klimawandel“, stellt der Berater klar. Die Lüschen-Strudthoffs sind dankbar für den Tipp, weil ihr Abnehmer, die Ammerländer Molkerei, besteht auf gentechnikfreie Zulieferung. „Uns Klimaschützern spielt die Molkerei in die Karten. Garantiert gentechnikfreies Soja gibt es nirgends auf der Welt“, sagt Lasar.

Landkreis fördert Beratung

Die Beratung der Hatter Landwirte ist als Teil des Klimaschutzkonzepts des Landkreises Oldenburg vom Landkreis gefördert. „Im letzten Jahr haben wir 19 Betriebe beraten. In diesem Jahr sollen es 20 bis 25 Betriebe sein“, berichtet Lasar.