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Klosterbereich in Hude Fürs Kloster will Hude Bund und Land ins Boot holen

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 13.06.2017, 20:03 Uhr

Für den Klosterbereich in Hude ist starker Sanierungsbedarf diagnostiziert. Der Klosterort will den Bund und das Land mit ins Boot holen.

15 denkmalgeschützte Elemente, fünf Naturdenkmäler: Fachleute geraten in Verzückung, wenn sie den Huder Klosterbereich vor Augen haben. Der Huder Architekt Klaus Rademacher, zweiter Vorsitzender des Vereins Freunde des Klosters Hude, hat die Besonderheiten des nicht nur auf Schildern an der Autobahn erkenntlichen Aushängeschildes der Gemeinde Hude detailliert aufgelistet, die Besonderheiten dargestellt. Er legt aber auch unverhohlen den Finger in die Wunde: „Hier ist viel zu lange zu wenig für den Erhalt getan worden.“ Eine Konsequenz ist die Sperrung des Klosterruinenbereichs wegen drohenden Steinschlags vom maroden Gemäuer. Den teils sehr schlechten Zustand der imposanten Mauerreste haben kürzlich Fachleute des Monumentendienstes dokumentiert.

Arbeitskreis mit Bund und Land

Der Klosterbereich wird gerne als „national bedeutsam“ und „überregional interessant“ gekennzeichnet. Damit das so bleiben kann, hat Rademacher auf 120 Seiten zu Papier gebracht, was es gibt und was zu tun ist, damit das Vorhandene auch von künftigen Generationen vorgefunden wird. „Die Probleme sind gewaltig. Eine Verbesserung kann nur in kleinen Bausteinen erfolgen“, sagt Wolfgang Schaller, der Vorsitzende der Huder Klosterfreunde.

Der Weckruf der Klosterfreunde ist im Rathaus angekommen. Bürgermeister Holger Lebedinzew hat jetzt angekündigt, dass nach den Sommerferien, voraussichtlich im September, ein Arbeitskreis zusammengerufen wird. Der Bürgermeister lädt Vertreter des Bundes, des Landes, des Landkreises Oldenburg und der Oldenburgischen Landschaft ein. „Es ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, sagt Lebedinzew, „es muss unter Partnern ausgelotet werden, was zu machen ist und wer was bezahlt.“

Ruine im Vordergrund

Für die Klosterfreunde steht auch die „Wann“-Frage im Vordergrund. „Anfangen müssen wir an der Ruine selbst“, ist Architektur-Experte Rademacher überzeugt. Daneben wollen die Klosterfreunde den Klostersaal zu einem mit Konzept gestaltetem Museum umbauen. Bisher ist er eher ein Raum für eine weitgehend unstrukturierte Sammlung, der wegen Sanierungsstaus nur mit hohem Energieaufwand in Schuss gehalten werden kann . Der an die Stirnseite verlegte Eingang mit Foyer, so die schon skizzierten Pläne, könnte gleichzeitig das Portal zum Gelände der Klosterruine werden.

Große Zahl Beteiligter

Eine spannende Gemengelage ergibt sich für den Bürgermeister und auch für die Klosterfreunde aus den Eigentums- und Pachtverhältnissen im Klosterbereich. Einiges hat die Familie von Witzleben als Eigentümerin an die Gemeinde und an Dritte verpachtet. Im Blickfeld sind neben dem an die Gemeinde verpachteten Grundstück mit der Klosterruine und dem Klostersaal Gebäude wie die Klostermühle, die Remise und das Haus jenseits des Huder Bachs, in dem für die regioVHS Ganderkesee-Hude ein Kreativzentrum eingerichtet ist, außerdem um die Straßen, Wege und Plätze. Ins Boot zu holen ist auch die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde mit Sankt Elisabeth und Friedhof.