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Knappe Entscheidung im Ganderkeseer Rat Grünes Licht für Supermarkt im Baugebiet Bookholzberg-Bargup

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 15.06.2017, 22:07 Uhr

Gute Nachricht für alle Supermarkt-Befürworter im geplanten Bookholzberger Baugebiet Bargup: Der Rat der Gemeinde Ganderkesee hat sich am Donnerstagabend mehrheitlich für ein Mischgebiet an der Ecke Bargup/Nutzhorner Straße entschieden. Das bedeutet: In Bookholzberg „unten“ kann sich jetzt auch ein Nahversorger mit einer maximalen Größe von 799 Quadratmetern ansiedeln.

Die Entscheidung fiel nach geheimer Abstimmung, die Arnold Hansen, Fraktionschef der Freien Wähler, beantragt hatte. 16 Ratsmitglieder wollten das zwar nicht, und fünf enthielten sich. Aber die Anzahl von 14 Ja-Stimmen reichte für die geheime Wahl aus, bei der es schließlich eine knappe Entscheidung gab: 19 Ratsmitglieder sprachen sich für ein Mischgebiet aus, auf dem ein Grundversorger entstehen kann, und folgten damit dem Antrag des SPD-Ratsherrn Marcel Dönike. 16 stimmten dagegen. Ab sofort können Bauanträge gestellt werden, informierte Bürgermeisterin Alice Gerken nach dem Beschluss.

„Schon viel zu viel Zeit verloren“

Zuvor hatten die Fraktionen noch einmal ihre Positionen deutlich gemacht. Abgesehen von SPD-Fraktionschef Werner Brakmann fassten sich alle relativ kurz. Schließlich waren die Argumente pro und contra in den vergangenen Sitzungen bereits häufig geäußert worden. „Außerdem haben wir schon viel zu viel Zeit verloren“, so Dönike, der fast 500 Unterschriften von Bookholzbergern gesammelt hatte, die sich einen Grundversorger wünschen.

SPD nicht einig

Die Sozialdemokraten hatten sich am Donnerstagabend ganz vom Fraktionszwang verabschiedet. Während sich Dönike und Doris Josquin noch einmal deutlich als Befürworter präsentierten, zeigte sich ihr Chef als Gegner. Brakmann wies auf die einzelnen Gutachten hin und meinte, ein Supermarkt in Bargup sei „eindeutig existenzgefährdend“ für Edeka Boekhoff in Schierbrok. Den Gutachten zufolge könnte es eine Umverteilung in der Größenordnung zwischen 30 und 40 Prozent geben.

„Da geht es auch um Existenzen“

Auch Carsten Jesußek, Vorsitzender der UWG-Fraktion, befürchtet eine Abnahme der Kaufkraft in Schierbrok und auch in Bookholzberg „oben“. „Da geht es auch um Existenzen“, so Jesußek, der allerdings darauf hinwies, dass jeder der Fraktion frei abstimmen konnte.

Nein der Freien Wähler und der FDP

Arnold Hansen und FDP-Fraktionschefin Marion Daniel unterstrichen ihr Nein und argumentierten mit den vier Gutachten, die von einem Nahversorger abraten. Dagegen sagte Cindy Klüner, Vorsitzende der CDU-Fraktion: „Wir stimmen alle gemeinsam für den Antrag von Dönike.“

Grüne sind für kleineren Laden

Ja könnten auch die Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen gesagt haben. Schließlich sei das Mischgebiet die bessere Variante, erklärte Ratsherr Jens Volbert – „vielleicht aber mit einem kleineren Laden“.

Hickhack in den Ausschüssen

Zuvor hatte es im Ausschuss für Gemeindeentwicklung am 18. Mai eine knappe Mehrheit für die Ausweisung als Mischgebiet gegeben. Am 7. Juni stellte sich der Verwaltungsausschuss allerdings dagegen.

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