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Knappe Wahl zum Ortsbrandmeister Der Neue muss Ganderkesees Brandschützer einen

Von Thorsten Konkel | 08.03.2015, 20:05 Uhr

Axel Hollmann wird voraussichtlich ab Mitte Juli 2015 die Ganderkeseer Ortsfeuerwehr führen: „Wir wollen mehr Demokratie wagen“, sagt er. Auch solle die Wehr ihre „Leuchtturmfunktion“ wieder einnehmen.

Mit nur einer Stimme Mehrheit ist der Ganderkeseer Ingenieur Axel Hollmann am Freitagabend im Feuerwehrhaus an der Urneburger Straße zum künftigen Ortsbrandmeister von Ganderkesee gewählt worden Dass der Neue damit kein leichtes Erbe antritt – in dieser Herausausforderung aber einen gehörigen Gestaltungsspielraum sieht – hat der 45-jährige Oberlöschmeister in seiner Antrittsrede selbstbewusst deutlich gemacht:

Selbstbewusster Amtsantritt

„Diejenigen, die mich gewählt haben, will ich nicht enttäuschen. Diejenigen, die mich nicht gewählt haben, will ich überzeugen“, schlug Hollmann versöhnliche Töne an. Auch die den Wahlen beiwohnende Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas betonte, dass es nun zu Hollmanns ersten Aufgaben gehöre, die Wehr zu einen.

Brisante Wahlen

Die alle sechs Jahre stattfindende Wahl der Ehrenbeamten (Ortsbrandmeister und Stellvertreter) hatte an Brisanz gewonnen, weil der bisherige Amtsinhaber Rolf Meyer nicht wieder angetreten war. Der jetzige Stellvertretende Ortsbrandmeister Stephan Hartmann kandidierte für das Chef-Amt, unterlag jedoch äußerst knapp. Hartmann hatte danach erklärt, für den Stellvertreter-Posten nicht erneut kandidieren zu wollen. Auch Heiner Jacobs, den das Ortskommando ebenfalls ins Spiel gebracht hatte, verweigerte eine Kandidatur.

Amtsantritt am 16. Juli möglich

32 der 49 Wahlberechtigten stimmten daraufhin für den einzigen verbliebenen Bewerber Matthias Torunski. Gegen den 43-Jährigen stimmten 15 Brandschützer, zwei enthielten sich ihrer Stimme. Sollten der Kreisbrandmeister und der Ganderkeseer Gemeinderat zustimmen, treten die Neuen am 16. Juli ihre Ämter an.

Hauptlöschmeister Torunski war Hollmanns Wunschkandidat. Beide Führungskräfte vereint eine jahrzehntelange Zugehörigkeit zur Ortswehr: Hollmann ist seit 31 Jahren dabei, Torunski seit 34 Jahren. „Wir sind beide ,Gannerseer Jungs’, können uns blind vertrauen, und wir sind im wahrsten Sinne des Wortes schon gemeinsam durchs Feuer gegangen“, betonte Hollmann.

Er versprach, in Sachen Amtsführung auf Transparenz zu setzten: „Wir wollen mehr Demokratie wagen“, zitierte er Willy Brandts Regierungserklärung von 1969. Auch solle die Wehr ihre „Leuchtturmfunktion“ wieder einnehmen. „Taktisch waren wir kreisweite Vorbilder“, blickte er zurück. Hollmann, der auch Vorsitzender des Fördervereins ist, will die Freiwillige Feuerwehr zudem weiter ins gesellschaftliche Bewusstsein rücken: „Retten, Bergen und Löschen ist nicht allles, wir haben einen Musikzug und pflegen eine aktive Freundschaft mit Frankreich“, betonte er. Anlässlich der Versammlung standen auch Regularien an:

Seit 60 Jahren in der Ortswehr

Für 60-jährige Zugehörigkeit wurden Oberlöschmeister Wilhelm Wöhler und Löschmeister Bertold Alfs geehrt. Mit der Ehrennadel in Silber ausgezeichnet und in die Altersabteilung aufgenommen wurde Uwe Meyer, der den Ganderkeseern vor allem als Präsident der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV) bekannt ist.