Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Kommentar Blutspende: Spitzenmedizin und Mitmenschlichkeit

Meinung – Marie Busse | 18.06.2018, 20:03 Uhr

Die Zahl der Blutspender geht seit Jahren zurück. Doch wenn eine angemessene medizinische Versorgung erwartet wird, kann jeder Einzelne aktiv werden. Ein Kommentar.

Die Möglichkeiten der modernen Medizin sind enorm: Sie reichen von der schnellen und umfassenden Versorgung nach einem Unfall bis hin zur Organtransplantation. Aber die Möglichkeiten der modernen Medizin wären gering, wenn sie ohne Blutkonserven auskommen müsste. Rund zwei Drittel aller Menschen benötigt in ihrem Leben irgendwann Blut, Blutplasma oder daraus gewonnene Medikamente. Aber nur drei Prozent spenden. Sie geben regelmäßig und ohne Gegenleistung ihr Blut her. Und zahlreiche Ehrenamtliche opfern den ganzen Tag, um die Spender zu versorgen. Die restlichen 97 Prozent verlassen sich auf die anderen.

Doch bald scheint die Blutversorgung bei dieser Quote nicht mehr sicherzustellen zu sein und deswegen geht das Rote Kreuz neue Wege. Gut so, möchte man meinen. Aber muss es immer eine Gegenleistung geben, um etwas Gutes zu tun, während gleichzeitig die umfassende eigene Versorgung vorausgesetzt wird?

Wenn der DRK-Blutspendedienst zum Spenden aufruft, weil im Sommer eine Situation herrscht, in der die Reserven zur Neige gehen, dann gilt das jetzt für alle, die noch keine Blutspender sind. Denn nur so bleiben lebensrettendes Blut und Spitzenmedizin eine Selbstverständlichkeit.