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Kommentar Insektensterben: Auf den Einzelnen kommt es an

Meinung – Marie Busse | 06.06.2018, 09:35 Uhr

Das Insektensterben ist dramatisch. Die Bauern in Ganderkesee versuchen mit Blühstreifen ein zusätzliches Nahrungsangebot zu schaffen, aber auch jeder Einzelne kann aktiv werden. Ein Kommentar.

Die Windschutzscheiben sind sauber und die Wiesen still. Der Rückgang einzelner Insektenarten ist spürbar. Aber ist das verwunderlich in einer Gesellschaft, in der jeder Laubhaufen mit dem Laubbläser weggeblasen, der Komposthaufen durch eine Biotonne, Pflanzen durch Steine im Vorgarten ersetzt werden und Misthaufen auf Bauernhöfen zur Seltenheit geworden sind? Jede menschliche Tätigkeit hat Einfluss auf die Umwelt. Dazu gehören auch die Nebeneffekte der konventionellen Landwirtschaft. Die Landwirtschaft ist Teil des Problems, aber genauso Teil der Lösung. Und deswegen ist es nur folgerichtig, dass die Bauern Blühstreifen auf ihren Feldern aussäen. Aber genauso kann jeder andere aktiv werden. Die Gemeinde Ganderkesee verteilte vor Kurzem 5000 Päckchen mit Blühmischungen für Privatgärten: Es muss nicht immer ein Kiesbeet sein.