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Kommentar Kommentar zur Wahl in Ganderkesee: Ein Hauch Protest

Meinung – Michael Korn | 12.09.2016, 15:53 Uhr

Zwar ist in Ganderkesee keine AfD angetreten (im Gegensatz zum Landkreis und zum Nachbarn Delmenhorst), jedoch ist auch hier ein gewisser Trend zu einer Protesthaltung zu verspüren. Zum Glück ohne jegliche rechtspopulistische Tendenzen! Ein Kommentar.

Die Verluste von SPD und CDU gehen einher mit Gewinnen im einst zusammen gehörenden Lager von UWG und Freien Wählern. Beide mobilisieren nach wie vor Bürger, die mit manchen Entscheidungen der Ratsmehrheit unzufrieden sind. Oftmals geht es dabei um unbequeme Haltungen in den Ortsteilen.

Vieles, aber nicht alles lässt sich auf politische Entwicklungen im Bund schieben. Wählern in Ganderkesee fällt es mitunter schwer, eine Profilschärfe zwischen den beiden großen Parteien zu erkennen. Die Grünen hat es mächtig erwischt – wie ihre Parteifreunde in Delmenhorst, wo gleich mehr als die Hälfte der Stimmen verloren ging. Und wie in Delmenhorst freuen sich auch in Ganderkesee die Liberalen über Zuwächse – nicht zuletzt dank Marion Daniel, die gemeindeweit das drittbeste Ergebnis erzielte.

Das Ganderkeseer Wahlergebnis wird die Gemeindepolitik nicht grundlegend auf den Kopf stellen. Die Großen und die vermeintlich Kleinen sind allerdings näher aneinandergerückt, was bei Konfliktthemen überraschende Mehrheiten bedeuten könnte.