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Kommentar Kommentiertes Hitler-Buch: Verbot hat Reiz erhöht

Meinung – Marco Julius | 04.01.2016, 19:55 Uhr

Hitlers Hetzschrift „Mein Kampf“ kehrt als kommentierte Ausgabe in den Buchhandel zurück: Ein richtiger Schritt, meint dk-Redakteur Marco Julius.

In Kürze wird also Adolf Hitlers Hetzschrift „Mein Kampf“ wieder in deutschen Buchhandlungen erhältlich sein. Und das ist gut so. Das Verbot hat lange Zeit einen Reiz ausgeübt und das Buch zu einer Trophäe von alten und neuen Rechten gemacht. Und wirksam war das Verbot eh nie, wer das Buch lesen oder besitzen wollte, hat auf einfachsten Wegen Zugang gefunden, ein paar Klicks nur im Netz, per Versand aus dem Ausland oder bei Opa im Bücherschrank. Hitlers Pamphlet mit all den Lügen und Hasstiraden gilt heute auch bei vielen neuen Nazis als unlesbar. Eine wissenschaftlich kommentierte Ausgabe hilft aber weiter dabei, das Buch einzuordnen, als das, was es ist: ein menschenverachtendes Machwerk. Buchhandlungen sollten es nicht bewerben, den Verkauf aber kann eine mündige Gesellschaft aushalten.