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Kommunalpolitik in Ganderkesee FDP Ganderkesee lenkt Blick auf kleine Lehrerzimmer

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 08.11.2016, 16:09 Uhr

„Jetzt müssen wir an die Lehrer denken“, sagt Marion Daniel. Die Ganderkeseerin ist als Vorsitzende der FDP-Ratsfraktion bestätigt worden.

Die FDP- Fraktion verfügt im neuen Rat der Gemeinde Ganderkesee über vier Stimmen. Marion Daniel ist wieder zur Fraktionsvorsitzenden gewählt worden. Ihre Stellvertreter sind Hans-Jürgen Hespe und Jürgen Struthoff. Marion Vosteen komplettiert das Quartett.

Frau Daniel, wie startet die FDP-Fraktion in die neue Ratsperiode?

Marion Daniel: Die Fraktion hat sich sehr zügig neu gebildet. Wir hatten keine strittigen Themen abzuarbeiten. Wir haben eine interessante Mischung aus zwei Neulingen und zwei erfahrenen Ratsmitgliedern. Für mich ist das erfreulich, denn mit den Neuen kommen andere Sichtweisen, sie sind freier in der Blickrichtung.

Wo setzt Ihre Fraktion Themenschwerpunkte?

Themenschwerpunkte der FDP waren und bleiben die Bildung und die Kindergärten. Wir setzen uns dafür ein, dass jede Kindertagesstätte auch eine Krippe hat. So vermeiden wir den Wechsel der Einrichtung. In Schönemoor fehlt das noch. Und im Ort Ganderkesee fehlt eine komplette Einrichtung. Der Bedarf ist da, und wir sind schon auf einem guten Weg.

Und wie sieht es in den Schulen aus?

Wir müssen andauernd bemüht sein, die Schulen auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Die Unterrichts- und Gruppenräume sind da. Jetzt müssen wir an die Lehrer denken. Sie brauchen Arbeitsplätze in den Schulen. In Bookholzberg und an der Dürerstraße ist das angedacht. Das muss selbstverständlich andernorts weitergehen. Und was die technische Ausstattung der Schulen angeht: Da ist alles im Fluss, da bedarf es ständiger Veränderungen.

Die FDP-Fraktionvorsitzende geht auch wieder in den Verkehrsausschuss. Wo sehen Sie die brennenden Themen?

Der neue Verkehrsentwicklungsplan ist so weit, dass er in die öffentliche Diskussion gehen kann. Wir sehen Handlungsbedarf, weil Wohngebiete vollgelaufen sind, jeder Haushalt zwei Autos hat und die Straßenstruktur der Entwicklung nicht angepasst ist.

Zum Beispiel in Neddenhüsen?

Ja, auch in Neddenhüsen. Eine Lösung für Neddenhüsen gibt es nur, wenn man eine grundsätzliche Lösung für Ganderkesee hat. Die FDP plädiert schon lange für eine neue Anbindung an die Bundesstraße 213.

In Bookholzberg ist alles im Lot?

Ich hätte mir eine andere Lösung gewünscht. Mir persönlich ist die Ortsdurchfahrt immer noch zu breit. Die Zeit wird zeigen, ob wir noch eine Fußgängerampel brauchen.

Im Kernort Ganderkesee wächst die Zahl der leerstehenden Geschäfte. Muss die Gemeinde eingreifen?

Das Einkaufsverhalten hat sich verändert. Der Handel im Internet wächst drastisch, Einkaufen ist für viele kein Erlebnis mehr. Aufgeben heißt das nicht. Man kann die Rahmenbedingungen für Vergrößerungen verändern, wo sie gewünscht sind. Wenn kein Bedarf an weiteren Läden zu erkennen ist, kann man die Funktion des Ortskerns neu bestimmen. Umsteuern von Gewerbe zu Wohnen: Davon können die vorhandenen Läden profitieren.