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Konkurrenz in Bookholzberg Hoykenkamper Wochenmarkt ist nur schwer wiederzubeleben

Von Vincent Buß | 15.10.2018, 12:01 Uhr

Den Hoykenkamper Wochenmarkt möchte die Inhaberin des ehemaligen Standortes gerne wiederbeleben. Doch viele Standbetreiber sind nun in Bookholzberg. Wie finden sie den Vorschlag?

Wo früher Marktkaufleute Gemüse, Fisch und Brötchen anpriesen, ist heute nur ein leerer Parkplatz. Dass in Hoykenkamp vor dem Getränkemaxx an der Schierbroker Straße 77 donnerstags ein Wochenmarkt war, ist heute schwer vorstellbar.

„Die Leute vermissen den Markt, sie hatten sich daran gewöhnt“, sagt Brigitte Wachtel, Inhaberin des Getränkemaxx. Auch für die Marktkaufleute sei der Standort gut gewesen: Sie hätten viele Freiheiten gehabt und keine Gebühren zahlen müssen. „Ein großer Unterschied zu anderen Märkten“, sagt Wachtel.

Warum es den Markt in Hoykenkamp nicht mehr gibt

Manche Marktkaufleute seien aber unzuverlässig geworden. Das findet Wachtel nicht in Ordnung: Standbetreiber müssten regelmäßig da sein oder die Kunden zumindest über ihre Öffnungszeiten informieren. „Und auf einmal gab es auch Stände mit Ramsch“, erzählt sie. Das passe nicht zu einem Wochenmarkt.

Drei Standbetreiber sind mittlerweile in Bookholzberg, wo der Wochenmarkt vor fast zwei Jahren auf dem Kirchplatz an der Stedinger Straße eröffnete. Dort sieht es am Donnerstagvormittag dementsprechend anders aus als in Hoykenkamp: An jedem der insgesamt vier Stände steht mindestens ein Kunde. Den Großteil des Platzes nimmt ein Bekleidungsstand ein.

Das sagen die Standbetreiber

Von Hoykenkamp nach Bookholzberg zog auch der Hof Schwarting aus Klein Ippener mit Gemüse, Obst und Eingemachtem. „Es lief in Hoykenkamp gut an, ließ dann aber nach“, berichtet Mitinhaberin Petra Schwarting. „Wir waren dort aber zufrieden.“ Anders als Wachtel habe sie auf dem Markt keinen Ramsch wahrgenommen. Sie sei von dort fortgezogen, weil die anderen Standbetreiber weg wollten.

„In Bookholzberg ist mehr Potenzial“, findet Schwarting. Sie findet vor allem die Lage besser. „Es könnten natürlich immer mehr Kunden sein.“ Schwarting wünscht sich außerdem mehr Stände, zum Beispiel mit Käse oder Geflügel. Je größer die Auswahl sei, desto mehr Kunden kämen auch. Zumal regionale Ware gut angenommen werde.

Am Stand von Schinken- und Wurstspezialitäten Fürst aus Bremen stimmt die Verkäuferin Birgit Kiel ihrer Kollegin zu: Mehr Kunden und mehr Auswahl wären gut. Aber auch sie ist insgesamt zufrieden. In Hoykenkamp war Fürst nicht vertreten. Anders als Yadwinder Gill aus Syke mit seinem Bekleidungsstand. Er findet den Standort in Bookholzberg ebenfalls besser. „Hier ist außerdem noch mehr Kundschaft“, sagt er. Auch Gill brach die Zelte in Hoykenkamp ab, weil die anderen Marktkaufleute weggingen.

„Es hat in Hoykenkamp nicht mehr gereicht“, erklärt Manfred Donner aus Lohne. Der Inhaber von Fisch-Donner findet, dass mehr Werbung notwendig gewesen wäre, um den Markt bekannter zu machen. Aber auch in Bookholzberg vermisst er Hinweisschilder. Auch, weil ihm zufolge manchmal Autos auf dem Marktplatz parken. „Die Leute nehmen den Markt aber gut an“, berichtet er.

Wer wieder nach Hoykenkamp zurückkehren würde

Falls es in Hoykenkamp wieder einen Wochenmarkt gäbe, würde Donner nicht zurückgehen. „Ich bin ausgelastet“, sagt der Fischverkäufer. Petra Schwarting geht es auch so. Selbst, wenn der Markt nicht am selben Tag wie in Bookholzberg wäre, sei es zeitlich für sie schwierig. Den Markt nachmittags stattfinden zu lassen, sei auch keine Option für sie, weil es durch den Abbau zu spät würde. Gill hingegen würde wieder nach Hoykenkamp zurückkehren. „Es war genug Kundschaft da“, findet er.

Wachtel würde den Wochenmarkt auf ihrem Parkplatz gerne wieder anbieten. Sie weiß jedoch, dass viele Standbetreiber keine Zeit mehr haben. Die Getränkemarktbetreiberin befürchtet zudem, dass der Markt einen schlechten Ruf bekommen habe und deswegen kein Interesse bestehe. „Und die Leute wollen Vielfalt haben“, sagt sie. „Mit einem Stand kann man keinen Wochenmarkt machen.“ Sie fordert Standinhaber auf, Geduld zu haben. Ein Wochenmarkt brauche Anlaufzeit.