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Konzept für das Haus Marienhude Pläne für Huder Villa stoßen bei Politikern auf Anklang

11.09.2015, 19:48 Uhr

Mit Tagespflege, Wohnungen für Behinderte, Mehrgenerationenwohnen sowie Kulturveranstaltungen kann der friesische Investor punkten.

Bei optimalem Verlauf weiterer Verhandlungen können schon einkalkulierte 930.000 Euro aus dem Verkauf des Hauses Marienhude und der Parklandschaft ringsherum auf dem Konto der Gemeinde Hude eingehen. Die im friesischen Neuenburg ansässige Firma Blinkfüer Grundstücksgesellschaft hat dem Wirtschaftsausschuss der Gemeinde am Donnerstag, 10. September, ein Nutzungskonzept vorgelegt, das quer durch die Ratsfraktionen und auch bei Bürgermeister Holger Lebedinzew großen Anklang findet.

Neubauten bemängelt

Bemängelt werden von einigen Ratsmitgliedern allerdings die Form und die Platzierung dreier Neubauten auf dem Parkgelände mit 33 Wohnungen. Sie sollen auf dem Parkgelände des Hauses Marienhude entlang der Lerchenstraße errichtet werden. Vor der entscheidenden Sitzung des Gemeinderats am 15. Oktober werden abweichend vom bisherigen Zeitplan Sondersitzungen des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Umwelt sowie des Verwaltungsausschusses anberaumt, in denen letzte Bedenken möglichst ausgeräumt werden sollen.

Tagespflegestätte geplant

Positiv kommentiert wurde im Wirtschaftsausschuss vor allem, dass Blinkfüer alle Nutzungsbereiche des Projekts, den Park, die denkmalgeschützten Gebäude Villa und Kutscherhaus sowie das Wohnen, als Einheit betrachten. Das Erdgeschoss der Villa soll laut Blinkfüer-Sprecher Johs Brauer als Tagespflegestätte hergerichtet werden, die von einem Wohlfahrtsverband geleitet wird.

Herausforderung Barrierefreiheit

In den beiden oberen Geschossen soll es Wohngemeinschaften für Menschen mit Behinderung geben, nach persönlichem Bedarf vom Wohlfahrtsverband begleitet. „Eine große Herausforderung wird es sein, die Villa mit einem Fahrstuhl barrierefrei zu machen“, merkte Brauer an. In den Vorgesprächen mit der unteren Denkmalschutzbehörde beim Landkreis hätten sich Lösungsmöglichkeiten schon abgezeichnet. „Klar ist, dass es sich um einen gläsernen Fahrstuhl handeln muss. Sonst geht kein Demenzkranker hinein“, so Brauer. Mit dem Fahrstuhl geht es auch hinaus in den Park, der ohne abriegelnde Umzäunung so gestaltet werden soll, dass kein Demenzkranker Anreiz findet, das Gelände zu verlassen.

Konzerte, Lesungen, Vorträge und Ausstellungen

Begegnungen der Bewohner mit ihren Huder Nachbarn soll es nach Betriebsschluss der Tagespflege im Erdgeschoss der Villa sowie im Kutscherhaus geben. Brauer denkt an Konzerte, Lesungen, Vorträge und Ausstellungen.

Für bezahlbare Mieten seien drei dreigeschossige Baukörper für das generationenübergreifende Wohnen an der Lerchenstraße erforderlich, betonte der kaufmännische Blinkfüer-Sprecher Hein-Jürgen Thalen. Architekt Hassan Hamza stellte eine Lösung vor, mit dem der Denkmalschutz gut leben könne: Zwei Bauten südwestlich des Kutscherhauses und eins an der Ecke Lerchenstraße/Hohe Straße. In deutlicher Abgrenzung zum Haus Marienhude mit seinen vielen schrägen Dächern will Blinkfüer Flachdachbauten errichten.

Zügig entscheiden

„Ziel des Rats war bisher eine zurückhaltende Bebauung, möglichst weit weg von der Villa. Jetzt geht es 100 Prozent in die andere Richtung“, bemängelte CDU-Ratsherr Friedrich Schnabel. Das wird ein wesentlicher Punk in den Beratungen der Fraktionen sein. Bürgermeister Lebedinzew mahnt, zügig zu entscheiden: „Die Villa wird nicht schöner, wenn das Projekt auf die lange Bank geschoben wird.“ Er weist darauf hin, dass die Gemeinde jeden Monat Tausende Euro für die Unterhaltung zahlen muss.