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Konzept für den Moorschutz Landwirte im Kreis Oldenburg sehen Ackerland in Gefahr

Von Reiner Haase | 14.01.2016, 07:28 Uhr

Aus Sicht des Kreislandvolks bedroht das Konzept für den Moorschutz im künftigen Landesraumordnungsprogramm landwirtschaftliche Betriebe. Auch Fehler werden benannt.

Den Kreislandvolkverband Oldenburg treibt die Angst um, dass das künftige Landesraumordnungsprogramm in moorigen Gebieten landwirtschaftliche Existenzen bedroht. „Wir widersprechen ausdrücklich dem Vorhaben, bei weiter zugelassenem Torfabbau zusätzliche Kompensationsflächen außerhalb der Abbaugebiete einzufordern“, schreibt das Kreislandvolk in seiner Stellungnahme zum Entwurf des Raumordnungsprogramms, das im Hause des Landwirtschaftsministers Christian Meyer (Grüne) in der letzten Phase der Ausarbeitung steckt.

Steigende Pachtpreise?

Dahinter steckt die Befürchtung, dass zusätzliche Flächen für den Ausgleich von Eingriffen in die Landschaft der Torfabbaugebiete die scharfe Konkurrenz um Flächen steigern, die Pachtpreise nach oben treiben und Landwirten die Chance nehmen, ihre Betriebe zu entwickeln. „Jegliche Kompensation über die Abbaufläche hinaus entzieht unseren wirtschaftenden Betrieben wichtige Wirtschaftsgrundlagen“, argumentiert das Kreislandvolk.

Nabu grundsätzlich gegen Torfabbau

Die Landwirte kritisieren, dass ein gemeinsames Konzept des Naturschutzbundes (Nabu) und der Torfabbau-Lobby Interessenverband Garten (IVG) im Bereich Torfschutz zur Grundlage des Raumordnungsprogramms gemacht werden soll. Der Nabu sei grundsätzlich gegen Torfabbau, trage ihn aber unter Berücksichtigung hoher Standards mit, stellt der Nabu-Landesvorsitzende Dr. Holger Buschmann klar. Zu den hohen Standards zählt er die Renaturierung von Hochmoor und den Ausgleich der Auswirkungen aufs Klima durch freiwerdendes Kohlendioxid durch Maßnahmen auch außerhalb der Abbauflächen. Dem Torfabbau stellt sich der Nabu auch nicht entgegen, wenn die Torfauflage durch landwirtschaftliche Nutzung ohnehin verloren ginge.

Die Landwirte kritisieren das als „Konzept zu Lasten Dritter, nämlich der Landwirte“. Für sie ist es auch bedrohlich, dass Abbau- und außen liegende Ausgleichsflächen wieder vernässt werden sollen. Das habe zwangsläufig Auswirkungen auf die benachbarten Wirtschaftsflächen.

Mehrere tausend Hektar Flächen auf moorigen Untergründen

Landwirte bewirtschaften laut Kreislandvolk in den Gemeinden Ganderkesee, Hude, Wardenburg und im ländlichen Bereich der Stadt Oldenburg mehrere tausend Hektar Flächen auf moorigen Untergründen. Der Verband kritisiert, in der aktuellen Fassung des Raumordnungsprogramms sei die Frage möglicher betrieblicher Erweiterung für Hofstellen in Moorgebieten nicht ausreichend geklärt. In den Kartenunterlagen reichten vorgeschlagene Flächen für den Torferhalt teils bis auf wenige Meter an die Hofgebäude heran.

Überdies erkennt das Kreislandvolk in den Unterlagen klare Fehler. So seien im Bereich Benhullen-Harbern in der Gemeinde Wardenburg Flächen in Karten gezeichnet, die für den Torferhalt überhaupt keine Bedeutung mehr hätten. In den Gebieten um Ganderkesee, Hude und Oldenburg gebe es überdies Flächen, die die Mindestauflage von 1,30 Metern Moor nicht mehr erfüllten.