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Kooperation mit Delmenhorst Ganderkeseer Politiker wollen wegen VHS noch beraten

Von Thomas Deeken | 01.07.2015, 08:47 Uhr

Die Mitglieder des Ganderkeseer Ausschusses für Bildung und Kultur haben noch großen Beratungsbedarf beim Thema Kooperation von regioVHS Ganderkesee-Hude und Volkshochschule Delmenhorst. Deshalb einigten sie sich am Dienstag, 30. Juni 2015, einstimmig darauf, erst weitere Informationen einzuholen. Die Verwaltung wurde daher noch nicht damit beauftragt, mit Delmenhorst, der Gemeinde Hude und der Samtgemeinde Harpstedt die rechtlichen Rahmenbedingungen einer engeren Zusammenarbeit zu prüfen.

Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas hatte zunächst die Aussage von SPD-Politiker Fred Molde im Vorfeld der Sitzung kritisiert, Ganderkesee würde bei einer Fusion mit Delmenhorst eine Billig-VHS bekommen. Sie warnte davor, mit derartigen Äußerungen „Porzellan zu zerschlagen“.

Sie betonte, bei einer Kooperation gehe es beispielsweise darum, ob man künftig Synergieeffekte nutzen könne, ob sich die Arbeit in der Erwachsenenbildung optimieren lasse und ob es die Chance gebe, wieder enger mit der Stadt Delmenhorst ins Gespräch zu kommen, wenn es um andere Themen wie beispielsweise B212neu oder gemeinsame Gewerbegebiete gehe, so die Bürgermeisterin. Es müsse allerdings ein grundsätzlicher Wille zur Zusammenarbeit mit Delmenhorst vorhanden sein. Dann könnten zunächst auch die rechtlichen Voraussetzungen einer Kooperation geprüft werden.

Er wolle kein Porzellan zerschlagen, reagierte Molde. Er stehe zu Delmenhorst, beantragte aber Beratungsbedarf. Dem schlossen sich Elke Bothe (Freie Wähler) und Cindy Klüner (CDU) an. Grundsätzlich stünde sie den Kooperationsgesprächen nicht kritisch gegenüber, so die CDU-Politikerin.

Frage nach nochstärkerer Volkshochschule

Hans-Jürgen Hespe (FDP) betonte, die entscheidende Frage sei doch, ob es aufgrund einer engeren Zusammenarbeit mit Delmenhorst möglich sei, eine noch stärkere Volkshochschule zu schaffen. Er könne dem Vorschlag der Verwaltung zustimmen, habe aber auch keine Bedenken, wenn es erst später zu einem Beschluss kommen würde. Das sah Dr. Volker Schulz-Berendt von den Grünen ähnlich. Sein Kommentar: „Am Ende muss etwas stehen, was besser als heute ist.“

Lob für Dirk Wieting

Lob von allen Seiten gab es zuvor für den Jahresbericht des Plattdeutschbeauftragten der Gemeinde, Dirk Wieting, der sich vor allem dafür einsetzt, dass junge Menschen plattdeutsch sprechen. In den Kindergärten, Grundschulen und inzwischen auch an der Oberschule in Ganderkesee sei alles wunderbar. „An der Oberschule in Bookholzberg hat das allerdings noch nicht so geklappt“, so Wieting. Das Problem: Wenn die Kinder älter werden, lasse das Interesse nach. Sie müssten dann durch besondere Aktionen motiviert werden.

Wieting wies auf die nächste Plattdüütsche Week vom 16. bis 20. November hin und appellierte: „Wir müssen alles dafür tun, dass die plattdeutsche Sprache am Leben bleibt.“