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Kreissynode in Sandkrug Reformen in der Kirchenstruktur gefordert

Von Tina Spiecker, Tina Spiecker | 30.10.2016, 17:31 Uhr

Das Lutherjubiläum war anlässlich des bevorstehenden Reformationstages am Montag, 31. Oktober, das Hauptthema der Kreissynode des Kirchenkreises Delmenhorst/Oldenburg-Land am vergangenen Freitag, 29. Oktober. Insgesamt 47 Vertreter aus den angegliederten 21 Gemeinden waren ins Sandkruger Albert-Schweizer-Haus gekommen, um unter anderem im Sinne Luthers „Priestertum aller Gläubigen“ einen von Lektoren gehaltenen Gottesdienst zu feiern. Als ökumenischer Gast war Dechant Hubert von der Heide aus Delmenhorst gekommen, um an einem Gespräch über Martin Luther teilzunehmen.

Pfarrer Nico Szameitat, in der Landeskirche zuständig für das Reformationsjubiläum, hielt einen Vortrag über seinen Wirkungskreis und die dazu erschienene Broschüre, in der die Veranstaltungen für das Jahr 2017 verzeichnet sind. Ein Höhepunkt der Veranstaltung war der Auftritt des Schauspielers Johannes Mitternacht, der Luther mimte und aus dessen Schriften vortrug. Grußworte überbrachte Oberkirchenrätin Dr. Susanne Teichmanis.

Anlehnend an das Thema Reformation stand die Frage, was innerhalb der evangelischen Kirche reformiert werden müsse, im Mittelpunkt des Tages. Kreispfarrer Bertram Althausen fand dazu deutliche Worte: „Die Synode der Oldenburgischen Kirche hat auf ihrer letzten Tagung analysiert: Es gibt zwischen den drei Ebenen unserer Kirche – Gemeinde, Kirchenkreis, Gesamtkirche – Unklarheiten in den Zuständigkeiten, zu viel Doppelverantwortlichkeiten, immer mehr zu berücksichtigende regionale und örtliche Besonderheiten und damit verbunden Unzufriedenheit und zu starke Belastung von Haupt- und Ehrenamtlichen. Und das auch noch bei knapper werdenden finanziellen und personellen Ressourcen.“ Es müsste der Prozess einer Verantwortungsstrukturreform vorangebracht werden, bei der klar ausgehandelt und festgeschrieben wird, was auf welcher Ebene verantwortet und entschieden werden könne. Dazu seien die entsprechenden personellen und finanziellen Mittel nötig. „Im Februar 2017 wird eine Steuerungsgruppe der Synode dazu Vorschläge machen. Und wir als Kreissynode sind dann aufgefordert dazu Stellung zu nehmen und unsere Vorstellungen einzubringen. Wir sollten das auch mutig tun. Wir haben gerade gesehen wie einflussreich Regionalparlamente, wie das in der Wallonie, in demokratischen Prozessen sein können. Wir sind als Kreissynode auch so ein Regionalparlament“, appellierte Althausen an seine Zuhörer. Zudem plädierte Althausen dafür, dass sich Haupt- und Ehrenamtliche, unabhängig von ihrer hierarchischen Position, stets auf Augenhöhe begegnen sollen. Als Andenke überreichte Althausen jedem Teilnehmern der Kreissynode eine Luther-Playmobilfigur.

Franz-Josef Franke,Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Delmenhorst/Oldenburg-Land , ging bei seiner Ansprache auf die vielen Spenden ein, die für dir Flüchtlingshilfe geflossen seien. Mittlerweile wandele sich die Flüchtlingskrise zu einer „Bleibenskrise“: Es stelle sich die Frage, was mit jenen geschehe, die kein Bleiberecht bekommen. Die nächste Kreissynode findet am 24. März 2017 statt.