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Kritik an Freie-Wähler-Chef Streit zwischen AfD und Freien Wählern Ganderkesee entbrannt

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 15.09.2016, 19:46 Uhr

Zwischen der AfD und dem Vorsitzenden der Freien Wähler (FW) Ganderkesee, Arnold Hansen, ist ein heftiger Streit über die Rolle Hansens in der Entstehungsphase der AfD entbrannt: Während Harm Rykena vom AfD-Kreisverband dem Ganderkeseer unterstellte, er habe den Aufbau der AfD mit unterstützt, dementierte Hansen auf dk-Nachfrage. Sein Kommentar: „Solche Gedankengänge sind völlig krank.“

Rykena, stellvertretender Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Oldenburg-Land/Wesermarsch/Delmenhorst, hatte zunächst mit Kritik auf die Aussagen von Hansen im dk-Bericht „Bestürzt über gutes AfD-Resultat“ reagiert. „Dass ein einzelner Kreistagsneuling seinen Einstand mit Beleidigungen wie ,braune Socken der gewählten AfD-Fraktion‘ beginnt, lässt ein demokratisches Mindestniveau vermissen“, so das Vorstandsmitglied, das dann noch nachlegte: Hansen habe quasi Aufbauarbeit für die AfD geleistet. Ohne dessen intensive persönliche Unterstützung von AfD-Gründer Bernd Lucke während des Landtagswahlkampfes 2013 würde es die AfD wahrscheinlich nicht geben.

Gemeinsame Liste mit Wahlalternative?

Die Freien Wähler hätten bei der letzten Landtagswahl eine gemeinsame Liste mit der Wahlalternative (WA), aus der die jetzige AfD hervorging, gehabt, den Wahlkampf organisiert und Spenden eingesammelt, so der Ahlhorner: „Hier scheint eher Neid auf den Erfolg der AfD die Ursache für die Anfeindungen zu sein.“

Hansen: Eigene Landesliste der Freien Wähler

„Das ist definitiv nicht richtig“, dementierte Hansen auf dk-Nachfrage. Die Freien Wähler hätten 2012 eine eigene Landesliste aufgestellt. Auf dieser Liste habe allerdings auch Professor Bernd Lucke aus Winsen/Luhe als Parteiloser auf Platz drei gestanden. „Damit hatten wir einen großen Sachverständigen zum Thema Euro“, so der Ganderkeseer. Während des Wahlkampfes habe sich aber herausgestellt, dass Lucke gegen den Euro sei – „wir aber nicht“. Es habe außerdem weitere Unstimmigkeiten gegeben, sodass für die Freien Wähler schon frühzeitig festgestanden habe, dass eine Zusammenarbeit nicht möglich sei. „Nach der Landtagswahl sind wir wieder getrennte Wege gegangen“, so Hansen: „Und auch eine intensive persönliche Unterstützung von Lucke hat es nicht gegeben.“