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Kritik an Gemeinde und Politik Rethorner Initiative zweifelt Flüchtlingskonzept an

Von Thorsten Konkel | 27.07.2015, 13:03 Uhr

Die Rethorner Bürgerinitiative fühlt sich von der Politik nicht ausreichend beachtet. Sie fordert nachdrücklich den Dialog auf Augenhöhe.

Im Ringen um die Unterbringung von bis zu 50 Flüchtlingen in Rethorn am Kurpark im ehemaligen Seminarhaus Cristina hat die Bürgerinitiative Rethorn der Politik am Sonntag Verweigerung gegenüber den Bürgern und der Verwaltung ein Versagen bei der Informationspolitik vorgeworfen.

Bei einer kurzfristig für Sonntagmorgen anberaumten Pressekonferenz im Stenumer Gasthof Backenköhler setzte Initiativen-Sprecher Jörn Siefkes die seit Tagen innerhalb der Politik öffentlich geführte Diskussion über ein Konzept zur Unterbringung von Flüchtlingen in der Gemeinde fort.

„Sollte es ein solches Konzept geben, warum versteckt sich die Politik dann weiter und macht es nicht öffentlich?“, fragte er.

Ohne Konzept keine Akzeptanz bei Rethorner Bürgern für Flüchtlingsheim

 Solange kein Konzept vorliegen würde , könne die Initiative, die nach eigenen Angaben die Interessen einiger Hundert Rethorner vertritt, nicht einen einzigen Flüchtling in Rethorn akzeptieren, beteuerte Siefkes.

Die Verwaltung habe alle Ganderkeseer bislang nur unzureichend über die zu erwartenden Flüchtlingszahlen informiert. „Wir erwarten von Verwaltung und Fraktionen, dass die Bürgerinformationen in allen Ortsteilen kurzfristig nachgeholt werden“, forderte er. Die Unterbringung müsse über die Gemeinde verteilt erfolgen.

Weitere Standorte in Erwägung ziehen

Zu Hinterfragen sei, warum die Unterbringung nur an den Standorten in Rethorn (Haus Cristina) und Steinkimmen (Jugendhof) diskutiert werde. „Es gibt in der Gemeinde zehn bis 20 Objekte, Vereinsheime, Höfe oder Lokale, in denen die Unterbringung möglich wäre“, sagte er. Die Verwaltung möge einen Katalog geeigneter Objekte erstellen.

Den Fraktionsvorsitzenden warf er Blockadehaltung vor: „Wir wollen mit der Politik zusammenkommen und einen Konsens erreichen. Das kann aber nur auf Augenhöhe gelingen“, machte er klar. Eigentlich hatte die Initiative am vergangenen Montagabend vor dem Haus Cristina ihren Fragenkatalog an die Fraktionsvorsitzenden richten wollen. Allerdings war zu dem Treffen zum Thema Flüchtlingsunterkunft nur Christian Marbach (UWG/Marbach) erschienen. Hintergrund war, dass die Fraktionsvorsitzenden nach Einladung der Bürger nach Rethorn erklärt hatten, sich im Rathaus treffen zu wollen und auch nicht, wie alternativ von der Initiative vorgeschlagen, auf „neutralem Boden“ in einem Lokal. Innovative Konzepte zur Unterbringung mahnte Mitglied Mike Thomeczek an und verwies auf Dänemark. Dort seien Bürger als Investoren für den Sozialen Wohnungsbau gewonnen worden. In Sozialwohnungen könnten für einige Jahre Flüchtlinge wohnen, später könnten die Investoren sie anderweitig vermieten.