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Kritik an Verwaltungsvorschlag Ganderkeseer Schulbusse sollen nicht noch voller werden

Von Thomas Breuer | 29.02.2016, 19:09 Uhr

Die Überlegungen der Verwaltung, den in der Gemeinde lebenden Asylbewerbern auf ihrem Weg zu Sprachkursen statt des an seine Kapazitätsgrenzen stoßenden BürgerBusses die Schülerbusse ans Herz zu legen, treffen auf Gegenwind aus der Politik.

Christian Marbach von der Fraktion UWG/Marbach sagt: „Ich halte das in Anbetracht der bereits bekannten Situation in den Schulbussen für keine Lösung.“

Schon jetzt Beschwerden über zu volle Busse

Nach seinen Worten kommt es schon jetzt immer wieder zu Beschwerden, weil die überwiegend von Schülern genutzten Busse des öffentlichen Personenverkehrs (ÖPNV) überfüllt seinen, sodass etliche Schüler keine Sitzplätze haben. Entsprechende Beobachtungen habe er selbst als Nutzer der Strecke von Elmeloh zur Grundschule Schierbrok gemacht. Zudem hat er entsprechende Äußerungen auf eine von ihm initiierte Nachfrage auf Facebook bekommen. Mehrere Eltern berichten dort, dass ihre Kinder die Fahrt von und zur Schule stehend verbringen müssen.

Gemeindeverwaltung relativiert Überlegungen

Hauke Gruhn, Sprecher der Verwaltung, hat am Montag auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt, es ginge nicht um eine zusätzliche Belastung bereits voller Busse. Vielmehr könnten die Sprachkurse so gelegt werden, das die Flüchtlinge sich etwas später als die meisten Schüler auf den Weg machen müssen. Zudem sei zu überlegen, ob neue Kurse künftig näher an der Unterkunft angeboten werden können, sodass sie auch mit dem Fahrrad erreichbar seien.

Politiker Marbach vermisst langfristige strategische Sicht

Politiker Marbach stellt unterdessen klar: „Die Gemeinde Ganderkesee, der Landkreis Oldenburg und Weser-Ems-Bus als Streckenkonzessionär stehen in der Pflicht, kurzfristig eine für alle Fahrgäste sichere und langfristig belastbare Lösung zu schaffen.“ Er vermisse gegenwärtig die langfristige strategische Sicht in Form von Kapazitätsplanungen und Konzepten.

In einem Antrag an die Verwaltung fordert er nun, den ÖPNV-Bedarf genau zu ermitteln. In der Folge sollte eine Lösung präsentiert werden, mit der alle Nutzergruppen gut leben können.