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Kritik von Politik und Kaufleuten Ganderkeseer Verwaltung soll entschlossener gegen Ladensterben kämpfen

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 11.03.2017, 09:49 Uhr

Der Druck auf die Ganderkeseer Verwaltung bei der Ortskernbelebung wächst. Fraktionen und Kaufleute fordern endlich ein entschlosseneres Vorgehen gegen das Ladensterben entlang der Rathausstraße.

Am Freitag hat die CDU-Fraktion die Erstellung eines Plans zur raschen Umsetzung des bereits im November 2016 vorgestellten Einzelhandelskonzepts beantragt. Mit „hohem Einsatz und Aufwand“ sei das Konzept zielgerichtet erstellt worden, nun komme es darauf an, diese Erkenntnisse ebenso zielgerichtet wie zeitnah umzusetzen, fordert der stellvertretende CDU-Fraktionschef Ralf Wessel. Kleinere Dinge, darunter eine bessere Beschilderung oder Fahrradständer, sollten „hoch priorisiert“ angegangen werden, schlägt er vor. Auch längerfristige Vorhaben seien nun endlich zu planen.

Kaufleute drängen zur Eile

Für Timo Vetter, Chef des örtlichen Kaufleutezusammenschlusses Ganter-Markt, ist der Kampf gegen die Verödung im Ort bislang nicht mit der Dringlichkeit geführt worden, die das Thema verlange: „Ich bin seit Herbst 2015 Ganter-Markt-Vorsitzender, solange wird schon darüber diskutiert. Jetzt sollten endlich Taten folgen.“ Das sieht auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Werner Brakmann so: „Es wäre schon, wenn endlich was passieren würde.“

Keine Zeit mehr für „Lippenbekenntnisse“

Die Zeit, jetzt anstelle von „Lippenbekenntnissen“ zu handeln, hält auch Arnold Hansen, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, für gekommen. „Wir haben lange Zeit Rücksicht genommen, denn die Verwaltung war sehr überlastet, unter anderem wegen der Flüchtlingskrise“, erläutert er. Nun habe sich die Lage deutlich entspannt.

„Darum ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, sich endlich der Ortskernentwicklung zu widmen“, fordert er. Hansen weist darauf hin, dass die Freien Wähler schon Anfang 2016 beantragt hätten, die planerischen Voraussetzungen für einen zukunftsfähigen Ortskern zu schaffen.

Auch Bebauungsplan anpassen

Im Areal von der Linden- und Grüppenbührener Straße über Ring und Bergedorfer Straße müssten Flächennutzungs- und Bebauungsplan den neuen Anforderungen angepasst werden.

Auch Ralf Wessel fordert mit Blick auf das Spannungsfeld von schrumpfendem Interesse des Gewerbes an Ortslagen und wachsender Wohnungsnot, zu überdenken, ob im Ortskern weiterhin so viele Einzelhandelsflächen in Erdgeschossbereichen vorgehalten werden müssten. „Wir müssen uns fragen, ob das noch zeitgemäß ist“, sagt er. Die Frage nach den Geschosshöhen bei Neubauten im Kern sei neu zu stellen.

Gewerbe im Ort konzentrieren

Wessel regt an, eine unmittelbare „Kernzone“ im Ortskern zu benennen, in der Einzelhandel dauerhaft etabliert werden soll. Dieser Kern könnte etwa an der Rathausstraße und rund um den Neuen Markt verlaufen.

Dass die Verwaltung durchaus gute Arbeit bei der Ortskernentwicklung zu leisten im Stande sei, betont Wessel ausdrücklich: „Die Marktplatzumgestaltung ist zügig angegangen worden, das gibt uns Anlass zu Hoffnung, dass die Arbeiten im Sommer ungesetzt werden.“

Ringen um Stelle für „City-Manager“

In der Frage der personellen Stärke, mit der die Wirtschaftsförderung bei der Ortskernbelebung antreten soll, gibt es in den Fraktionen durchaus noch Beratungsbedarf. Die Stelle für einen „City-Manager“ ist nach wie vor umstritten. Noch besteht für diese beschlossene Neueinstellung ein Sperrvermerk. Den würde die SPD gerne lösen. Die Stabsstelle Wirtschaftsförderung will mit ihrem Ausblick auf künftige Schwerpunkte in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzen zur Klärung beitragen.