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Kulturpavillon in Dötlingen Streit in Dötlingen schreckt Millionen-Spender ab

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 03.01.2018, 15:38 Uhr

Die Dötlingen-Stiftung bläst ihr Projekt Kulturpavillon ab. Wegen Streits im Dorf ist Millionen-Spender Knechtel abgesprungen.

Mit den Worten „Es war einmal…“ betitelt die Dötlingen-Stiftung einen Abgesang auf ihr Projekt Kulturpavillon. Sponsor Detlev Knechtel und die Stiftung haben laut Mitteilung der Stiftung gemeinsam beschlossen, Abstand von dem Projekt zu nehmen. Die in Aussicht gestellte Spende in Höhe von 1,5 Millionen Euro sei „aufgrund von unüberbrückbaren Differenzen und lang anhaltender Kritik von einzelnen Mitgliedern der Bürgerinitiative Aktive Bürgerbeteiligung Jetzt“ zurückgezogen worden. Der Sponsor wolle „mit seinem Geschenk nicht zur Spaltung des Dorfes beitragen“, erklärt die Stiftung.

Streit bis zuletzt

Von „Respekt“ und „Dank“ ist nun die Rede. Die Bürgerinitiative lobt Knechtel, weil er erkannt habe, dass sein Wunsch den Widerspruch im Dorf ausgelöst habe. Die Stiftung dankt ihm für die Absicht, der Gemeinde ein zukunftsweisendes Geschenk zu machen. Die Bürgerinitiative reklamiert für sich, den dörflichen Charakter im Ortskern und – auf längere Sicht – die Gemeinde vor hohen Unterhaltungskosten bewahrt zuhaben. Die Stiftung bedauert, dass das im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ preisgekrönte Dötlingen nun auf eine zusätzliche Stätte der Begegnung vor allem mit Kunst, Kultur und Ortsgeschichte verzichten muss.

Hauptzweck Kulturförderung

Am zunächst favorisierten Standort im Dorfpark hatte sich beim Auftreten der Bürgerinitiative vor einem halben Jahr heftige Kritik entzündet; die Suche nach einer Alternative hat sich nun genauso erübrigt wie die Diskussion über den Zweck. Die Initiative hat bis zuletzt auf ein Bürger- oder Dorfgemeinschaftshaus bestanden. Dahingehend sah sich die Stiftung durch ihre Satzung gefesselt: Als Hauptzweck festgeschrieben sei, Kunst und Kultur, nachrangig Natur- und Landschaftsschutz sowie erhaltungswürdige Gebäude zu fördern.