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Kunsthandwerk in Schlutter Basar stärkt Gemeinschaft dreier Dörfer

Von Reiner Haase | 20.10.2018, 23:02 Uhr

15 Aussteller haben am Sonnabend Besucher mit Kunsthandwerk und Selbstgemachtem auf den Hof Kunst in Schlutter gelockt. Stammkunden finden immer wieder etwas Neues.

Der Hof Kunst in Schlutter ist am Sonnabend von zahllosen Liebhabern des Kunsthandwerks angesteuert worden. 15 Aussteller hatten ihre Stände in einer Remise und vor allem in den Seitenräumen der Diele des alten Bauernhauses aufgebaut. Die farbenfrohe Vielfalt ließ kaum erahnen, dass anstelle der dekorativen Tische zur Zeit der Vorväter angekettete Kühe muhten.

Vernünftige Preise

„Ich habe diesen Kunsthandwerkmarkt vor ein paar Jahren entdeckt und komme seitdem jedes Jahr wieder“, berichtet Karin Heuer. Sie hat sich gerade eine kleine Schmuckkarte aus dem großen Angebot an Anke Bieses Stand gefischt. 30 Cent – ist dieser Preis korrekt? „Da habe ich meine Reste verwertet“, erläutert Biese der erstaunten Kundin. Vernünftige Preise seien allgemein ein Merkmal des Basars in Schlutter.

Besonderes Ambiente

Den Basar mit Kunsthandwerk und Selbstgemachtem gibt es in diesem Jahr zum 10. Mal. „Wir haben nur einmal ausgesetzt, als die Wildeshauser Straße saniert wurde“, berichtet Hausherr Herwig Kunst. Bei Fragen nach den Ausstellern verweist er auf Anke Biese. „Wir haben Aussteller, die von Anfang an dabei waren, aber immer wieder auch allerlei Neues“, erklärt Biese. Das Interesse der Aussteller sei genauso groß wie das der Besucher. Das Ambiente der alten Bauernhofdiele sei ja auch etwas Besonderes.

Gespendeter Kuchen

An der Stirnwand, vor dem großen Holztor zwischen Diele und Hof, füllt der Partyservice Block aus Schlutter Grünkohl auf Teller, und an der Theke in der Ecke gibt es Kaffee, Blechkuchen und Torten. „Nachbarn und Freunde haben die Backwaren hergestellt und gespendet“, berichtet Kunst. „Aussteller auch“, ergänzt Biese.

Erlös bleibt vor Ort

Der Erlös aus dem Kuchenverkauf wird alle Jahre wieder für einen guten Zweck verwendet. In den Vorjahren waren die Empfänger unter anderem die Grundschule Lange Straße in Ganderkesee, das Hospiz, die Jugendfeuerwehr und Kinderhorte. „Diesmal bleibt die Spende in unseren Ortschaften“, kündigt Kunst an, „wir unterstützen den Neubau der Schieß- und Sportanlage des Schützenvereins und des Turn- und Sportvereins Hoyerswege.“ Die Schützen und die Sportler seien zwar die Bauherren, aber auch der Ortsverein Schlutter-Holzkamp-Hoyerswege und die von Kunst geleitete Speelkoppel bekämen, falls erforderlich, ein Ausweichquartier.

Warten auf Baubeginn

Die Vereine aus Schlutter, Holzkamp und Hoyerswege würden am liebsten längst bauen. Zuschüsse des Landes- und des Kreissportbunds sind bewilligt. Es fehlt noch das Ja zu einer namhaft fünfstelligen Summe aus dem Leader-Programm zur Stärkung des Zusammenhalts im ländlichen Raum. Es sei „unglaublich umständlich und aufwendig“, an das Geld der Europäischen Union zu kommen, weiß man jetzt vor Ort. Möglicherweise müsse beantragt werden, die Auszahlung der schon bewilligten Fördermittel auf das nächste Jahr zu verschieben. „Dann haben wir eine ganz solide Finanzierung“, sagt Kunst.