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Kuschelige Kameltiere in Bürstel Dk-Leser gehen auf Hof Fortmann auf Tuchfühlung mit Alpakas

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 06.09.2016, 10:23 Uhr

Seit elf Jahren züchtet Milchbauer Fortmann in Bürstel Alpakas. dk-Leser erfuhren am Samstag beim Tierwelten-Event alles über die putzigen Kameltiere aus den Anden.

„Owo“ ist ein bisschen Eitel, „Nomar“ steht ihm da in nichts nach, und der „Rote Baron“ benimmt sich gern angrifflustig: Die Alpakas auf dem Hof von Rainer Fortmann in Bürstel sind eben echte Charakterköpfe, das haben am Samstag die Teilnehmer der ersten Leseraktion im Rahmen der Reihe Tierwelten dieser Zeitung erlebt.

Auf dem Wittekind-Alpaka-Hof am Ganderkeseer Weg gingen die 15 Teilnehmer dabei im wahrsten Sinne des Wortes auf „Tuchfühlung“ mit den Tieren. Streicheln war nämlich die Lieblingsbeschäftigung, nicht nur der Kinder.

Hochwertige Wolle erzeugt

„So ein weiches Fell haben ja nicht einmal Katzen oder Kaninchen“, zeigte sich die kleine Rieke ganz überrascht. Auch Ingrid Hanßmann staunte später im Hofladen nicht schlecht über die hohe Qualität von Socken oder Pullovern, die aus den aus der Wolle gesponnenen Garn gefertigt wurden.

Drei bis fünf Kilo Wolle pro Tier

Alpakas werden einmal im Jahr geschoren und liefern drei bis fünf Kilo Wolle pro Tier. „Wir lassen die Wolle in Dänemark verspinnen“, berichtete Rainer Fortmann den aufmerksam zuhörenden Gästen im Führring, den er für die Schau seiner knuddeligen, aus dem südamerikanischen Anden stammenden Kameltiere eingerichtet hatte. Die Produkte aus ihrem Luxusgarn haben ihren Preis. „Sie sind es aber auf jeden Fall wert wegen ihres Tragekomforts und ihrer Strapazierfähigkeit“, betonte Fortmann.

Milchbauer züchtet Alpakas

Seit 2005 züchten Fortmann und seine Frau Herma, die eigentlich Milchbauern sind, die Kamelart. Denn schon einmal sanken die Milchpreise bedrohlich für die Landwirte: Als die Preise Anfang des neuen Jahrtausends in den Keller gingen, beschloss er, den Hof breiter aufzustellen.

Idee aus der Zeitung übernommen

Als er in einer Agrar-Zeitung einen Bericht über Alpakas las, kam ihm die zündende Geschäftsidee. Bis zu 60 Tiere umfasst seine Herde heute.

„Owo“ zeigt sich gern

Von Anfang an dabei ist „Owomoyela“. So heißt der Deckhengst mit schwarzem Fell wegen seiner Tolle auf dem Kopf. Er hat in dieser Zeit viele Nachkommen gezeugt. „Die sind alle so wie der Vater – in hervorragender Form“, betonte Fortmann und vermutet, dass der stolze Hengst sich seiner besonderen Bedeutung für den Zuchtbetrieb wohl bewusst ist. Der Hengst ist sogar eine richtige „Rampensau“ und spielt sich gern in den Vordergrund: „Er lässt sich liebend gerne vorführen und mag Ausstellungen“, verriet Fortmann die Neigung des Tieres zur Selbstdarstellung. Garstig gab sich allerdings der „Rote Baron“:

Züchter ist „Chef im Ring“

Nicht nur Lamas, auch Alpakas spucken. „Damit legen sie ihre Rangordnung innerhalb der Herde fest“, erläuterte Fortmann, der auch nach der Attacke seines Hengstes unbestrittener Chef im Ring bleibt.