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Labormobil unterwegs Zu viel Aluminium und Nitrat im Ganderkeseer Brunnenwasser

Von Katja Butschbach | 03.06.2015, 17:20 Uhr

In Ganderkesee ist das Brunnenwasser dem Verein VSR-Gewässerschutz zufolge konstant mit Nitrat und Aluminium belastet. Tests von Mittwoch zeigten bei sechs von 17 Proben erhöhte Nitratwerte auf.

In Plastikflaschen und Gläsern mit Schraubverschluss bringen Bürger aus Ganderkesee und Umgebung ihr Brunnenwasser zur Untersuchung zum Labormobil auf dem Marktplatz in Ganderkesee: Rund zwei Drittel lassen ihr Wasser Projektleiter Harry Gülzow vom Verein VSR-Gewässerschutz zufolge nicht nur auf seine Eignung als Gießwasser hin prüfen, sondern wollen wissen, ob es als Brauchwasser geeignet ist.

Brunnenwasser auch für Waschmaschine verwendet

Das Brunnenwasser werde oft auch für die Waschmaschine, das Planschbecken oder als Gießwasser für Gemüse verwendet. Auch auf die Eignung als Trinkwasser lassen einige Bürger ihre Probe testen.

Spitzenwert bei Probe aus Hengsterholz

Ergebnisse dieser Untersuchungen sind in einigen Wochen zu erwarten. Erste Testresultate zu Nitratwerten gab es von 17 Proben hingegen schon gestern: Sechs weisen erhöhte Werte von über 50 mg pro Liter auf. Die bisher untersuchten Proben kommen vor allem aus der Ortslage Ganderkesee. Eine Probe aus Hengsterholz wies einen Wert von 205 mg Nitrat pro Liter auf – „zum Glück eine Ausnahme“, sagt Gülzow. Die aktuellen Tests vermittelten einen ersten Eindruck, eine Statistik lasse sich daraus noch nicht ableiten.

Nitrat und Aluminium Problem in Ganderkesee

Aus bisherigen Tests in Ganderkesee schlussfolgernd sagt Gülzow: „Es gibt zwei Probleme: Nitrat und Aluminium.“ Die Ursache für die erhöhte Nitratbelastung sieht er in der Landwirtschaft – wenn zu viel Dünger zur falschen Zeit ausgebracht wird, landen Teile im Grundwasser. Erhöhte Nitratwerte könnten das Krebsrisiko erhöhen, erläutert der Diplomphysiker.

Pflanzen mache das Wasser mit erhöhten Nitratwerten krankheitsanfälliger, und im Teich führe das Nitrat als Dünger zu einer Veralgung. Aluminium wirke bei Pflanzen als Wachstumshemmer und könne auch bei Fischen Schäden auslösen.

Duschwasser auf der Probe

Einer der Brunnenbesitzer, die eine Probe abgaben, war Hermann Tensing aus Delmenhorst: Er nutzt das Brunnenwasser auch zum Duschen nach dem Schwimmen im Pool – und möchte nun wissen, ob das Wasser unbedenklich ist. Hans-Ulrich Bauermeister aus Ganderkesee nutzt seinen Brunnen seit Jahrzehnten für die Gartenbewässerung, hat das Wasser noch nie geprüft und will jetzt Klarheit.

Um die 4000 Brunnenwasserproben untersucht der VSR-Gewässerschutz aus Geldern im Jahr. Das Interesse an den Untersuchungen sei in Ganderkesee immer groß gewesen, berichtet Gülzow. Allgemein rücke das Thema Grundwasser immer mehr in den Blickpunkt.